Studieren in Sydney - Studium in New South Wales - Auslandsstudium in Australien

Studieren in Australien

Macquarie University - Universität in Sydney
.: Diese Seite ist ein Informationsangebot des Instituts Ranke-Heinemann zum Studieren in Australien :.

 
Institut Ranke-Heinemann

 

Erfahrungsberichte - Macquarie University / Australien


Sara Steinhardt: Englisch [2/2009 - 8/2009]
Wolfgang von Hessling: BWL/Finanzierung [2/2006 - 7/2006]
Sabine Jacobs: Commerce [2/2005 - 12/2005]
Friedrich Große-Dunker: Wirtschaftswissenschaften [7/2005 - 12/2005]
Bastian Keller: Master of Commerce in Business [2/2005 - 11/2005]
Hauke Jacobsen: Business Computing [7/2004 - 4/2005]
Nikolaus Zacher: International Business [7/2003 - 7/2004]
Christian Wastlhuber: Egyptology [2/2004 - 7/2004]
Bernhard Doll: BWL [6/2003 - 2/2004]
Tim Schäfer: Marketing [7/2003 - 1/2004]

Erfahrungsbericht - Sara Steinhardt



1.) Vorbereitung
Vor dem Studium in Sydney und Australien allgemein stehen natürlich erst einmal Hürden, weshalb man mit der Planung des Auslandssemsters schon gut ein Jahr vor Beginn anfangen sollte. Da die meisten deutschen Universitäten keine Partnerschaft zu australischen Universitäten haben, muss die Bewerbung meist durch ein Institut geschehen, welches euch bei der Bürokratie, die zu bewältigen ist, gerne hilft. Ich habe mich dabei an das kostenlose Institut Ranke Heinemann gewandt, mit deren Betreuung ich zufrieden bin.

Zur Bewerbung gehört dann meist ein Bewerbungsblatt, welches ihr für die jeweilige Hochschule auf der Homepage von Ranke Heinemann findet. Dazu wird noch ein Letter of Motivation benötigt und natürlich die Kopie des Abiturzeugnisses. Viele australische Unis wollen auch einen TOEFL oder anderen Sprachtest des Englischen sehen, manche, wie etwa die Macquarie University begnügt sich auch mit dem DAAD-Sprachtest wenn ihr im Abiturzeugnis mind. 11 Punkte hattet. Außerdem wird an vielen Hochschulen der Nachweis über die Zwischenprüfung verlangt.

Sind diese Dokumente alle zur Hand, kommt als nächstes die Frage der Finanzierung. Australische Universitäten erheben für internationale Studenten wesentlich höhere Studiengebühren, die bis zu 10.000$ betragen können, je nach Universität. Auch die Mieten in den größeren Städten wie Sydney oder Melbourne sind nicht gerade niedrig. Wenn ihr daher vorhabt, euch für ein Stipendium zu bewerben (z.B. DAAD), informiert euch! Man muss hier sehr strenge Bewerbungsfristen einhalten, daher gilt: frühzeitig herausfinden und bewerben!

Letzter wichtiger Punkt der Vorbereitung ist die Beantragung eines Studentenvisums für Australien, denn nur unter Vorlage dieses bekommt ihr eure endgültige Zusage für die australischen Hochschule, den sogenannten CoE (Confirmation of Enrolment), den ihr am besten immer bei euch habt wenn ihr dann in Australien seid.


2.) Wohnungssituation
Auch zur Vorbereitung gehört die Suche bzw. das sich Gedanken machen über eine Wohnung in der gewünschten australischen Stadt. Möchte man sich eine Wohnung bereits von Deutschland aus organisieren, gehört dazu aber eine gute Kenntnis der Stadt, denn die meisten Unis liegen nicht immer im Zentrum. Die Macquarie University war zum Beispiel ca. 40 Minuten mit dem Bus vom Stadtzentrum Sydneys entfernt. Daher würde ich dazu raten, sich direkt vor Ort etwas zu suchen oder das „Housing Office“ der Universität frühzeitig zu kontaktieren, wenn man sich sicher ist, dass man auf dem Campus leben kann. Im Gegensatz zu Deutschland gibt es nämlich in Australien meist sehr viel mehr Wohnplätze für Studenten, die im Falle meiner Universität auch nicht mit einem deutschen Studentenwohnheim in Sachen Komfort, Ausstattung und Lage zu vergleichen sind. Mit etwas Glück bekommt man daher, wenn auch nicht ganz billig, ein gutes Appartement in Laufnähe zur Uni. Als gute Stadtteile empfehlen sich in der Nähe der Uni North Ryde und Marsfield. Etwa in der Mitte zwischen der City und der Uni liegt Lande Cove. Dank der neuen Bahnlinie sind Wohnungen in Epping, Macquarie Park und ganz besonders Chatswood sehr viel attraktiver geworden. Für Mieten in Sydney sind meist so um die 200$ pro Woche einzurechnen, wenn man ein Zimmer für sich haben möchte. Teilt man dieses, lässt sich der Preis auf bis zu 120$ senken.

Ich hatte Glück und habe ca. eine Woche nach meiner Ankunft ein kleines Zimmer bei einer Familie gefunden, die direkt neben der Uni wohnte. Solche Zimmer nennen sich auch „Homestay“, da meist das Essen bei der Familie und die Benutzung des gesamten Haushaltes mit eingeschlossen ist, was aber die Miete natürlich noch einmal etwas teurer macht. Für die ersten Tage empfehle ich sich in einer Jugendherberge ein Zimmer zu teilen, ich kann www.yha.com.au sehr empfehlen, da deren Hostels einen sehr guten Standard haben und man mit Garantie eine warme Dusche bekommt, was bei anderen Ketten nicht immer der Fall ist…


3.) Ankunft
So, nähern wir uns also endlich dem aufregenden Land Australien und dem Abenteuer. Bevor man nach Sydney kommt steht natürlich ein von Deutschland recht langer Flug an, der einen meist dazu noch in Jetlag Schwierigkeiten bringt. Dies kann man aber umgehen indem man den kostenlosen Service vieler Fluggesellschaften nutzt, seinen Aufenthalt am Zwischenstopps-Ort etwas zu verlängern. Bei mir war das konkret so dass ich mit Emirates über Bangkok geflogen bin und dort drei Nächte geblieben bin. Auf diese Weise habe ich eine interessante Stadt und Kultur kennen gelernt und gleichzeitig noch den schlimmsten Jetlag abgewehrt. Als es dann nach Sydney ging hatte ich fast keine Probleme mit der Zeitumstellung.

Geht man auf die Macquarie University in Sydney, bietet sich noch ein ganz anderer Service, den ankommende internationale Studenten werden vom internationalen Flughafen kostenlos abgeholt und an eine Adresse ihrer Wahl im Raum Sydney gebracht. Daher unbedingt vorher per Internet für diesen Service anmelden, denn so muss man sich erst einmal keine Sorgen machen, wie man zu seiner Unterkunft kommt und kann unter Umständen schon neue Freunde kennen lernen, die einen auch während des Semesters begleiten.

Man sollte frühzeitig vor Beginn des Semesters in Sydney ankommen, da es in der Woche zuvor immer einen offiziellen „Orientation-Day“ für alle „Exchange“ und „Study Abroad“-Studenten gibt, an welchem man obligatorisch teilnehmen muss. An diesem Tag wird man mit Geschenken wie Unitaschen oder Blöcken begrüßt, die einem den Rest des Tages wohl versüßen sollen, den dieser besteht aus der Vorstellung der Uni und allen administrativen Angelegenheiten wie Einschreibung und Kurswahl… Vor der Bewerbung um einen Studienplatz muss man in Deutschland zwar meist schon die Kurse auswählen, die man wahrscheinlich in Australien belegen wird und bekommt für diese auch eine Zusage, jedoch kann sich an diesen noch einiges ändern und man muss, wie in meinem Fall, komplett andere Kurse belegen. Das Studium in Australien ist jedoch etwas anders und jeder undergraduate Student muss mindestens 3, aber maximal 4 Kurse belegen, welche zusammen nicht mehr als 12 CP ergeben dürfen (was ca. 30 deutschen CP/ECTS entspricht). Nur in der ersten Woche des Semesters kann man noch Kurse hinzufügen, bis Ende der zweiten Woche Kurse abwählen, danach geht nichts mehr; geht man dann nicht zu einem Kurs hin gilt er als nicht bestanden.

Kommt euch das jedoch alles zu verwirrend oder unübersichtlich vor habt ihr jedoch an der Macquarie University das Glück einen eigenen Betreuer im International Office zu haben. In meinem Fall war dies Kate, da sie für Deutschland zuständig ist. Mit ihr stand ich bereits noch von zu Hause in Email-Kontakt und während der ersten Wochen in Australien war sie immer als Ansprechpartner zur Verfügung.


4.) Studium
Geht das Semester dann los in Australien, geschieht dies ein bisschen anders, als es ein deutscher Student gewohnt ist. Wie schon erwähnt kann man als Student nur 3-4 Kurse nehmen, was sich für deutsche Verhältnisse eher wenig anhört. Damit verbunden sind auch meist nur ca. 14-16 Semesterwochenstunden, sprich, die Kontaktzeit mit der Uni ist eher kurz und es kann vorkommen, dass man wie ich zum Beispiel nur an zwei Tagen in die Uni muss. Davon sollte man sich jedoch nicht in punkto Arbeitsaufwand täuschen lassen. Die Kurse sind anders strukturiert als in Deutschland und es gibt erheblich mehr Hausaufgaben und Kontrollen des Lernstoffes während des Semesters. Auch wird von jedem Studenten verlangt, sich regelmäßig auf einer Lernplatform zu betätigen, auf welcher kurze Artikel eingestellt werden müssen oder alle zwei Wochen ein Quiz bearbeitet werden muss. Auch gibt es nicht wie in Deutschland nur eine große Klausur oder Hausarbeit am Ende des Semesters als Leistungsnachweis, sondern es werden pro Fach meistens 2-3 kleinere Hausarbeiten verlangt, hinzu kommt meiste eine Präsentation im Tutorium, das fast für alle Kurse obligatorisch ist und am Ende steht noch eine große Abschlussarbeit oder Klausur. Man hat also als Student während des Semesters nur wenig Freiraum und muss fast jede Woche ein Essay oder eine kleinere Hausarbeit abgeben, von daher verbrachte ich die freien Tage meist trotzdem in der riesigen und gut ausgestatteten Bücherei der Universität.

„Study abroad“ Studenten, die in Deutschland die Zwischenprüfung abgelegt haben, wird meist empfohlen Kurse im 100er- oder 200er-Level zu belegen. Dies sind Kurse aus dem ersten oder zweiten Studienjahr und daher vom Anspruch noch nicht ganz so hoch. Jedoch brauch man, um in einen Kurs zu kommen, der nicht auf 100er-Level liegt, jedes Mal die Zustimmung des Dekans, diesen besuchen zu können und muss mit seinem Transcript der deutschen Hochschule zeigen, dass man das Vorwissen aufweist, diesen zu besuchen. Daher erstellt vor der Abreise noch einmal ein aktuelles Transcript, welches alle eure bisher besuchten Veranstaltungen und Noten aufweist und lasst es euch vom Auslandsamt eurer Uni bestätigen.

Ich persönlich habe mich jedoch für keine der angebotenen 100er-Kurse interessiert und habe gegen den Rat von Kate, meiner Beraterin, mich in einen 200er-Kurs in Politik und in drei 300er-Kurse in Spanisch, Englisch und Linguistik eingewählt. Natürlich rührte daher der riesige Arbeitsaufwand (bedenkt man, dass aufgrund des steifen Bachelor-Master-Systems in Australien 300er-Kurse meist das letzte Studienjahr für viele Australier darstellen), doch habe ich alle Kurse gut abgeschlossen und bin zufrieden mit meiner Wahl. Es wurde zwar viel selbstständiges Arbeiten in den 300er-Kursen verlangt, doch ist man dies ja als deutscher Student meist schon gewöhnt und kommt gut damit klar.

5.) Abreise
Vor der wirklichen Abreise stehen natürlich noch die Abschlussklausuren an, die alle erst nach dem offiziellen Semesterende in der „Exam period“ stattfinden. Bei vielen 300er-Kursen wird diese Klausur aber durch eine große Abschluss-Hausarbeit oder ein „Research Paper“ ersetzt, weshalb ich nur eine Klausur hatte. Der „Timetable“, welcher auflistet an welchem Tag eine Klausur stattfindet, wird meist ca. 2 Monate vorher herausgegeben und vor diesem Datum sollte man auch noch keine Pläne zur Abreise hegen, denn an der Klausur muss man teilnehmen, ansonsten gilt der Kurs auch als nicht bestanden, selbst wenn die Klausur zum Beispiel nur 30% zählt und man in den restlichen Prüfungsteilen überall gute Noten hat.

Als Austausch oder „Study Abroad“-Student hat man bei diesen Klausuren jedoch keine Vorteile wie das manchmal bei Erasmus-Studenten der Fall ist. Die Klausur wird in einem großen Raum geschrieben, den ihr zugeteilt bekommt, ihr dürft nichts in diesen mit hinein nehmen außer Stiften und eurem Studentenausweis. Neben euch wird dann meist ein Student sitzen, der eine ganz andere Klausur schreibt und die Aufsicht besteht aus universitätsfremden Personen, welche euch auch keine Fragen beantworten können.

Hat man aber diesen stressigen Teil des Semesters geschafft, steht einem nichts mehr im Wege, Australien zu erkunden. Egal ob man ein oder zwei Semester in diesem wunderschönen Land verbringt, man sollte alle seine freie Zeit dazu nutzen, soviel wie möglich davon zu sehen. Dazu aber in meinem letzten Punkt noch mehr.

Bevor ihr jedoch endgültig abreist, solltet ihr euch versichern, dass ihr beim International Office eure Heimatadresse hinterlegt habt, denn an diese wird einen Monat später meist das Transcript mit euren Noten geschickt. Auch bekommt das Institut, über das ihr euch beworben habt meist noch eine Kopie, die euch aber dann von diesem auch geschickt wird. Außerdem ist es wichtig, natürlich alle Bücher zurückzubringen und eventuell ausstehende Gebühren zu zahlen, denn wird dies nicht getan, schickt zum Beispiel die Macquarie University euer Transcript euch nicht zu. Auch eventuell bestehende Handyverträge oder Bankkonten sollten gekündigt werden, und falls ihr in eurer Zeit in Australien gearbeitet habt, könnt ihr eure gezahlten Steuern zurückverlangen.


6.) Wichtige Informationen
Auch wenn wir jetzt schon über die Abreise gesprochen haben, gibt es hier jetzt noch viele wichtige Informationen, die ich extra in einem Abschnitt sammeln wollte, damit diese zusammen sind.

a) Visum
Allen ausländischen Studenten in Australien, egal aus welchem Land, müssen vor der Einreise sich ein Studentenvisum ausstellen lassen, was im Falle einer deutschen Staatsbürgerschaft gut per Internet geht. Habt ihr von eurer gewünschten australischen Universität nach eurer Bewerbung einen „Letter of Offer“ bekommen, könnt ihr mit dessen Referenznummer im Internet das „Student Visa“ beantragen, bezahlt die Gebühr und bekommt meist nach drei Tagen schon per Email eine Bestätigung. In dieser Mail findet ihr eine Visa-Referenznummer, denn das Visum ist elektronisch und ihr bekommt kein Extra-Visum im Reisepass aufgeklebt. Manchmal gibt es jedoch auch mit Computern Probleme, wer kennt das nicht, deswegen würde ich empfehlen, sich die Bestätigung auszudrucken und mit zur Einreise zu nehmen. Auch braucht ihr sie manchmal zur Ausreise, wenn ihr zum Beispiel während des Semesters ausreisen und innerhalb der Gültigkeit eures Visums wieder nach Australien einreisen wollt.

b) Bankkonto
Studenten benötigen nicht unbdingt ein australisches Bankkonto,; wenn ihr jedoch länger bleibt und eventuell auch vorhabt zu arbeiten, kann sich die Eröffnung empfehlen. Ich habe dies gemacht, da es in den ersten Wochen des Semesters für Studenten kostenlos ist und man zwar mit einer VISA-.Karte gut durchkommt, doch es manchmal sehr hohe Zuschläge gibt.

Ich hatte mein Konto bei der St. George Bank, mit welcher ich sehr zufrieden war. Man brauchte zur Eröffnung lediglich seinen Reisepass, einen Visumsnachweis und den Studentenausweis, um das Konto kostenlos zu bekommen. In 15 Minuten war alles erledigt, man durfte sich sogar seine Geheimzahl aussuchen und konnte ab sofort an allen St. George und auch Westpac (Schwesterbank) Automaten kostenlos Geld abheben; Internet- und Telefonbanking waren auch standardmäßig dabei. Auch das Kündigen ging sehr einfach, ich musste lediglich persönlich in eine Filiale kommen und bekam sofort mein restlichen Guthaben ausgezahlt nachdem der Account geschlossen war.

Generell würde ich jedoch jedem vor der Abreise empfehlen, ein Konto bei der DKB zu eröffnen, da man mit deren VISA Karte an allen Bankautomaten mit VISA-Zeichen in aller Welt kostenlos Geld abheben kann! Wer mehr Informationen möchte, schreibt mir.

c) Öffentliche Verkehrsmittel/Semesterticket
Leider gibt es in Sydney bzw. in ganz Australien nicht das Konzept eines Semestertickets so wie wir es aus Deutschland kennen. Studenten müssen daher immer Fahrkarten kaufen und diese auch entwerten. Dabei gibt es jedoch im Bundesstaat New South Wales (NSW), in welchem Sydney liegt, so einige Besonderheiten. Kommt man nämlich als „exchange“, also Austausch-Student über ein Unipartnerschaftsprogramm nach Australien, muss man nicht nur keine horrenden Studiengebühren zahlen, sondern darf auch in Bus und Bahn den Studententarif „concession“ nutzen. Dafür bekommt man von der Uni einen Sticker auf den Ausweis geklebt, der einen dazu berechtigt, mit diesen Tickets zu fahren, die meist nur die Hälfte des Preises betragen. Ist man jedoch so wie ich ein „Study Abroad“ oder „International“ Student, was bei 95% der ausländischen Studenten der Fall ist, darf man diese verbilligten Tickets nicht nutzen und wird mit teuren Geldstrafen belegt, sollte man es doch tun. Da hilft auch kein Bitten und Betteln, denn die Politik in NSW ist seit Jahren so und trotz großem Lobbyismus der Universitäten wird sich in naher Zukunft wohl auch nicht an diesem Umstand ändern.

Das Verkehrssystem Sydneys außerdem nicht gerade gut ausgebaut, es gibt keine Ubahn, sondern nur Züge, die man mit Regionalzügen oder SBahnen vergleichen könnte, die ca. alle 20 Minuten in die Vororte und an die Küste fahren. Die meisten Punkte in der Stadt lassen sich aber nur per Bus erreichen, wie dies auch vorher mit der Macquarie University der Fall war. Seit Februar 2009 ist jedoch eine neue Bahnstrecke geöffnet worden, die einen nun schneller mit der Innenstadt verbindet, doch fahren auch hier die Züge nur alle 15 Minuten, was für den verwöhnten Großstadt-Deutschen nicht sehr oft ist.

Eine Fahrt von der Uni zur Stadt kostet mit dem Bus (45 Minuten) ca. 5$ wenn ihr euch ein „TravelTen“ kauft, das sind 10 Busfahrten auf einer Karte, ansonsten sind es ca. 6$. Mit dem Zug kostet die Strecke auch ca. 6$ (40Minuten), wobei es billiger wird, wenn man die Rückfahrt gleich noch dazu nimmt. Auch gibt es Wochenkarten für die Züge oder kombiniert für Zug und Bahn. Da ihr für die Stadt und die Uni zwei Zonen kaufen müsst, kostet die Wochenkarte ohne concession ca. 42$. Diese Kosten sollte man also einrechnen, wenn man überlegt ob man ein Zimmer in Uni- oder lieber Stadtnähe möchte.

d) Telefon und Internet
Wenn ihr in eine WG oder Wohnung einzieht, wo dies schon vorhanden ist - Glückwunsch!
Ansonsten müsst ihr aufpassen, dass man euch keinen Jahres- oder Zwei-Jahresvertrag unterschieben will, denn viele Händler wissen, dass die meisten Studenten nach einem oder zwei Semestern wieder gehen und erwähnen dann die Vertragslaufzeit erst gar nicht. Auch beim Handy gibt es die meisten Verträge mit der Mindestlaufzeit von einem Jahr. Da dies alles für mich nicht geeignet war, habe ich mir für 69$ ein Prepaid-Handy bei Vodafone gekauft, mit welchem ich sehr zufrieden war. Vodafone hat eine gute Erreichbarkeit (außer im Outback natürlich und Stellenweise an der Ostküste von Queensland) und relativ moderate Verbindungspreise. Erkundigt euch aber vor dem Kauf, welches Netz die meisten eurer Freunde haben, denn viele haben kostenlose Minuten zum gleichen Netz inklusive.


7.) Sydney und Australien
Australien ist das Land, von dem jeder schon einmal gehört hat und wo auch fast jeder einmal in seinem Leben hin möchte. Dabei kommt dann den meisten Menschen (wie auch mir) meist Sydney in den Sinn, welches besonders nach den Olympischen Spielen 2000 in Europa an Popularität gewonnen hat. Die Stadt an sich ist umwerfend und selbst nach einem halben Jahr dort muss ich zugeben, noch immer nicht alles gesehen zu haben. Natürlich sind die Oper und die Harbour Bridge ein Muss (unbedingt den Bridge Climb machen!), doch hat Sydney auch viele Museen und Theater zu bieten, es findet fast jeden Monat ein Filmfestival in einer anderen Sprache statt und sowieso ist diese Stadt sehr multikulturell. Doch vergessen sollte man nicht, dass Canberra die Hauptstadt ist, weshalb auch diesen einen Besuch wert ist und in australischen Verhältnissen, direkt um die Ecke liegt (nur 6 Studen Fahrt mit dem Auto). Die freie Zeit sollte außerdem dazu genutzt werden, auch Städte wie Melbourne, Perth oder Darwin (natürlich diesmal per Flugzeug) zu erkunden. Die Australier haben das Glück von zwei Billigfluglinien umworben zu werden, die sich regelmäßig mit Angeboten überhäufen (Jetstar und Virgin Blue, am besten deren Newsletter für gute Angebote abonnieren). Auch sollte man nach Ende des Semesters nicht gleich abreisen, sondern mindestens noch die Ostküste und auch das Outback (mit dem bekannten Uluru/Ayers Rock) erkunden. Das Studentenvisum gibt einen bei einem Semester dafür einen Monat Zeit nach Abschluss des Studiums, bei einem ganzen Jahr bekommt man sogar drei Monate. Sollte das Visum auslaufen und man möchte trotzdem noch bleiben (so wie ich), kann man dieses für ca.. 200$ verlängern, oder aber man fliegt zum Beispiel für zwei Wochen nach Neuseeland, welches landschaftlich atemberaubend ist, und beantragt von dort ein Touristenvisum.

Doch auch während des Semesters wird es an der Macquarie University nicht langweilig, denn dann kann man unzähligen „Student Groups“ beitreten, welche sich regelmäßig treffen. Ich war zum Beispiel in der französischen und spanischen Verbindung, alleine schon um meine anderen Fremdsprachen während dieses Auslandsaufenthaltes nicht zu vernachlässigen. Dort trifft man sich zu Diskussionen, geht zu fremdsprachigen Filmfestivals, betreut ausländische Studierende oder veranstaltet einen Barbecue, dessen Einnahmen dann einem guten Zweck gespendet wird. Auch habe ich am „Global Leadership Programme“ der Universität teilgenommen. Dieses bietet einem ein Zertifikat an, wenn man es schafft innerhalb seines Aufenthalts an mind. 10 Kolloquien teilzunehmen, die sich um politische und soziale Themen drehen aber auch sehr praktisch sein können und zum Beispiel Präsentations- oder Soft Skills vermitteln. Auch habe ich mit diesem Programm einen 4-Tages Ausflug nach Canberra unternommen. Dieser hat mir, neben vielen tiefen Freundschaften, ermöglicht, in das Innere des australischen Parlaments und einiger Botschaften zu kommen, sich mit Abgeordneten und Botschaftern auszutauschen und viel über australische Politik zu lernen.

Alles in allem war dieses Auslandssemester ein Highlight sowohl in meiner persönlichen als auch wissenschaftlichen Entwicklung. Ich hoffe, dass ich jedem, der dies liest weiterhelfen konnte und einen kleinen Eindruck von der Macquarie University und Australien geben konnte. Für alle Zweifler, die überlegen, ins Ausland zu gehen: Traut euch! Ein oder zwei Auslandssemester sind das Beste was euch passieren kann, auch wenn dabei immer mal Schwierigkeiten auftreten können und es viel zu organisieren gibt, es lohnt sich im Rückblick immer!

Wer Fragen hat, zögere bitte nicht mich zu kontaktieren:
Sara Steinhardt, 01742076222 oder sarstein@stud.uni-frankfurt.de




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Erfahrungsbericht - Wolfgang von Hessling



Erfahrungsbericht zum Study-Abroad-Semester
an der Macquarie University Sydney

von
Wolfgang von Hessling

19.02.2006 – 05.07.2006


Gliederung:

Vorbereitungen
Ankunft & Leben in Sydney
Finanzielles
Studieren in Australien
Reisen in Australien
Fazit

Hinweis: Dieser Artikel steht auch als PDF Version zur Verfügung (inkl. Bildern).

Vorbereitungen:

Es empfiehlt sich, frühzeitig mit den Vorbereitungen für ein Auslandssemester in Australien zu beginnen. Wichtige Deadlines sind in erster Linie diejenigen zur Bewerbung für das Study- Abroad-Programm sowie die zur Beantragung des Einreisevisums. Zudem muss man sich insbesondere bei Stipendienbewerbungen auf einen sehr zeitigen Einsendeschluss gefasst machen. Die jeweiligen Termine sind über die Webseiten der entsprechenden Institutionen leicht in Erfahrung zu bringen.
Bei der Auswahl der Universität sollte man sich insbesondere als Study-Abroad-Bewerber bewusst sein, dass die Zeit eines Semesters rasch vorübergeht. Aus eigener Erfahrung kann ich daher empfehlen, eine der bekannten Großstädte wie Sydney, Melbourne oder Brisbane zu wählen, um die Zeit wirklich optimal nutzen zu können.

Bei meiner Wahl der Macquarie University waren sowohl deren guter Ruf für Kompetenzen im Bereich Finance als auch die internationale Ausrichtung ausschlaggebend. Die Bewerbung als Study-Abroad-Student wurde sehr effizient über das Institut Ranke-Heinemann vermittelt. Auf die Bewerbung, deren notwendige Bestandteile man den Webseiten der jeweiligen Universität entnimmt folgte der Offer Letter als Angebot eines Studienplatzes. Diesen akzeptiert man durch Zahlung der Studiengebühren, worauf man die Einschreibebestätigung, die Confirmation of Enrolment (COE) erhält, mit der man wiederum das Visum online beantragen kann. Das Visum war zu meiner Überraschung vollkommen elektronisch.

Bewerbungen zu Stipendien sollten frühzeitig geplant und vorbereitet werden. Gerade für die beliebten Stipendien des DAAD ist der Bewerbungsschluss sehr früh, meines Wissens nach über ein Jahr vor Studienbeginn. Über die einschlägigen Fördermöglichkeiten findet man insbesondere im Internet ausführliche Informationen. Beim Studium der diversen Programme wird aber schnell klar, dass diese zum Großteil sehr spezifisch bezüglich Zeit, Universität und/oder Fachbereich sind. Nennenswerte Ausnahmen hierfür sind meines Erachtens hauptsächlich DAAD-Stipendien, Auslands-BAFöG und natürlich die Teil- und Vollstipendien des Instituts Ranke-Heinemann. Allerdings ist natürlich auch gerade deswegen mit starkem Wettbewerb um die Stipendien zu rechnen.

Die Anerkennung im Ausland belegter Fächer („Units“) an der Heimatuniversität lässt sich wohl im Großen und Ganzen durch geschickte Auswahl und Absprachen mit den verantwortlichen Professoren in Deutschland erreichen. Dieser Punkt war für mich jedoch insofern unwichtig, da ich bei meinem Auslandssemester gerade solche Fächer belegen wollte, die an meiner deutschen Universität nicht angeboten werden. In erster Linie ging es mir darum, bei dieser einmaligen Gelegenheit meinen Interessen nachzugehen, anstatt mich von meinem deutschen Studienplan verpflichten zu lassen. Dies kann ich auch jedem weiterempfehlen, da ich etliche Kommilitonen in Australien erlebte, die mit ihrer (quasi aufgezwungenen) Fächerwahl recht unglücklich waren.

Bei der Buchung eines Fluges nach Australien ist wiederum frühzeitiges Handeln wichtig. Die Schwankungsbreite der Preise ist beachtlich. Wer schon über ein halbes Jahr vorher bucht, bekommt einen Flug bereits ab ca. 850 €, später sind die Preise erheblich höher. Ein (Hin- und Rück-) Flug unter 1000 € sollte meines Erachtens auf jeden Fall als akzeptabel betrachtet werden.



Ankunft & Leben in Sydney:

Nach einem Flug von über 24 Stunden kam ich nun am anderen Ende der Welt an. Die Macquarie University bietet Vermittlung von Temporary Accomodation an, die in meinem Fall die Unterbringung in einem der recht schäbigen und teuren Backpacker Hostels in der Innenstadt bedeutete.

Die Wohnungssuche gestaltete sich als außerordentlich schwierig. Problematisch war vor allen Dingen die Tatsache, dass uninahe Wohnungen oder WGs gerade zum Semesterbeginn nicht zuletzt von anderen ebenfalls ankommenden internationalen Studenten stark nachgefragt wurden. Einige der neugewonnenen Freunde hatten sich bereits vor Ankunft dauerhaft in den Colleges der Macquarie University eingemietet und konnten entspannt ins neue Semester starten. Dafür zahlten sie allerdings die meines Erachtens absolut überteuerten Mietpreise der Universität.
Für mich war die Wohnungssuche relativ nervenaufreibend und häufig frustrierend. Gerade, wenn man sich kaum mit Buslinien einer Stadt auskennt, muss man einiges an Ausdauer und Geduld mitbringen. Die Macquarie University liegt etwa 45 Busminuten nördlich der Innenstadt. Einige Kommilitonen konzentrierten ihre Suche auf die City, während andere eine Wohnung am Strand wollten. Dies kam für mich nicht in Frage, da die Busanbindungen von den stadtnahen Stränden Manly oder Bondi Beach zur Macquarie University leider sehr dürftig sind. Von Bondi dauert eine Reise zur Macquarie wohl an die 1,5 Stunden.
Ich fokussierte mich auf die Stadtbezirke nahe der Uni, namentlich Marsfield, North Ryde, Eastwood und Lane Cove. Schließlich würde ich doch regelmäßiger zur Uni als in die Stadt oder zum Strand müssen. Für diese Bezirke waren die Aushänge an der Uni oder Suchen
auf einschlägigen Webseiten (z.B. Flatmates.com.au) am sinnvollsten.
Nach ca. 10 Tagen entschloss ich mich, in eine WG ca. 15 Gehminuten von der Uni zu ziehen.
Die Wohnungspreise sind deutlich teurer als der deutsche Durchschnitt. Ich zahlte für ein WG-Zimmer über 400 € im Monat, und das war noch recht günstig. Man bekommt sicherlich auch Wohnungen für um die 200 €, diese sehen dann aber entsprechend aus.
Generell kann ich an dieser Stelle jedem den Tipp geben, bereits vor der Abreise den einen oder anderen Gedanken an die Unterkunft in Sydney zu verschwenden – man erspart sich einigen Stress, indem man z.B. vor Abreise einige Wohnungsbesichtigungen arrangiert.

Das System der öffentlichen Verkehrsmittel in Sydney (Zug, Bus, Fähre) ermöglicht es, fast überall im Stadtgebiet auch ohne Auto hinzukommen. Gerade Busse fahren eigentlich allerorts, lediglich in Randgebieten oder spät nachts sowie am Wochenende wird die Versorgung heruntergefahren.
Ein Wochenticket, das auch für die Randzonen gilt kostet etwa 25 € und beinhaltet auch die Fähren und Bahn der Stadt. Erwähnenswert ist wohl auch, dass die Macquarie University gleich neben dem Macquarie Shopping Centre liegt, welches als einer der großen Knotenpunkte für den Busverkehr fungiert. Wer also nahe der Uni wohnt, hat keine Probleme in die Stadt oder in andere Stadtbezirke zu gelangen. Zudem befindet sich dort momentan die „Macquarie University Train Station“ in Bau.
Sich ein Auto für die Zeit eines Semesters anzuschaffen, halte ich für wenig sinnvoll, der Aufwand mit Versicherung und Zulassung etc. lohnen sich nicht, es sei denn man plant im Anschluss damit größere Reisen. Für das tägliche Leben in Sydney würde ich einen Autokauf aber wohl erst ab zwei Semestern Aufenthalt in Betracht ziehen. Zusätzlich lassen sich kleinere Distanzen wohl kostengünstiger mit dem Fahrrad überbrücken.

Da sich Bankgeschäfte bei mir in Australien im Wesentlichen auf das Geldabheben beschränkten, eröffnete ich zuvor ein kostenloses (Studenten-)Konto bei der Deutschen Bank.
Hintergrund dazu ist deren Kooperation mit der australischen Westpac-Bank, die es erlaubt, an den zahlreichen Geldautomaten der Westpac überall in Australien gebührenfrei Geld abheben zu können.

Obwohl ich allein nach „Down Under“ gekommen war, änderte sich das schnell. Die voll-kommen neue Situation und der „Schlamassel“ in dem alle Study-Abroad-Studenten zu Beginn gleichermaßen sitzen, lässt schnell viele und darunter auch tiefgehende Freundschaften entstehen. Dabei sollte man versuchen, nicht nur mit anderen ausländischen Studenten oder gar Landsmännern Kontakt zu bekommen, sondern auch auf Einheimische zuzugehen.
Dies dient neben der Übung in Englisch auch dem Kennenlernen der vielfältigen in Australien vertretenen Kulturen und Denkweisen. Leider musste ich feststellen, dass dieser Ratschlag „leichter gesagt als getan“ ist. Study-Abroad-Studenten bleiben an der Macquarie University relativ häufig unter sich, was wohl aber auch natürlich ist.

Meine Freizeit in Sydney verbrachte ich hauptsächlich mit Surfen. Bereits nach einem Einführungskurs kaufte ich mir ein gebrauchtes Board für umgerechnet 250 €. An den Strand zu kommen war allerdings jedes Mal ein Tagesausflug mit einer einfachen Fahrtzeit von
1,5 Stunden mit Bus und Fähre. Die Anschaffung eines Brettes lohnt sich für diesen Zeitraum wohl schon, natürlich je nachdem wie oft man surfen geht. Da Surfen relativ kompliziert zu lernen ist, darf man nach wenigen Monaten noch keine Wunder erwarten. Surfboards sind übrigens in Sydneys Bussen ein relativ gewöhnlicher Anblick.



Finanzielles:

Wie bereits erwähnt ist Sydney ein recht teures Pflaster. Das bezieht sich auf Lebensmittel ebenso wie auf Unterkunft. Wer einigermaßen angemessen in Sydney leben will, sollte mit mindestens 500 € Bedarf pro Monat rechnen, besser noch 600 €, und dies natürlich exklusive Studiengebühren.
„Exchange Students“, welche aufgrund einer Vereinbarung zwischen beiden Universitäten nach Australien kommen, sind dabei deutlich im Vorteil: Sie sparen sämtliche Studiengebühren und erhalten zudem eine Ermäßigung von 50 % auf alle öffentlichen Verkehrsmittel.
„Study-Abroad-Students“, welche sich sozusagen in die Uni „einkaufen“ zahlen volle internationale Studiengebühren von über 5000 € pro Semester. Zudem gelten im öffentlichen Nahverkehr die vollen Preise, so z.B. ca. 4 € für eine Fahrt per Bus von der Uni in die City.

Ich merkte den Unterschiede beim Preisniveau in erster Linie bei der Wohnungsmiete, welche anders als in Deutschland dort wochenweise bezahlt wird. Neben Lebensmitteln u.ä. ist die Abhängigkeit vom öffentlichen Nahverkehr sehr kostenintensiv.



Studieren in Australien:

Ein Studium in Australien bedeutet wesentlich mehr eigene Bemühung. Dies wird bereits in der ersten „Lecture“ (Vorlesung) klar, in denen meist neben einer Übersicht über die Themen und den Ablauf auch die einzureichenden „Assignments“ (Aufsätze/Aufgaben), deren Inhalte und Abgabedatum vorgestellt werden. Ich war ziemlich überrascht, welch großer Umfang oftmals gefordert wurde. Dabei sind die Themenstellung so vielfältig wie die angebotenen Units. Das reicht vom simplen Referat über das Erstellen von Internetprojekten oder Recherchen bis zur Durchführung regelrechter Marktforschungen o.ä..
In meinen drei Fächern wurden u.a. das journalistische Publizieren eines Artikels über die Australische Volkswirtschaft, eine komplette Fundamentalanalyse eines australischen Pharmaunternehmens im Team sowie die wöchentliche Abgabe von schriftlich beantworteten „Tutorial Questions“ (Seminaraufgaben) gefordert.
Die Tatsache, dass australische Studenten im Schnitt lediglich drei bis fünf Units pro Semester belegen, sollte also nicht über die teilweise große Arbeitslast hinwegtäuschen. Zu den erwähnten Aufgaben kommt Lesearbeit, die mich allein einen vollen Wochentag beanspruchte und zum Verständnis des Stoffes oft unabdingbar war.

Vorlesungen finden meist wöchentlich statt, haben aber anders als in Deutschland regelmäßig einen Umfang von 2-3 Stunden. Dazu kommen Seminare, die ähnlich den deutschen die Vorlesung vertiefen und praktische Anwendungsbezüge aufzeigen.

Der größte Unterschied zum deutschen Studium war vor allen Dingen die ständige Beschäftigung mit dem Stoff, auch unter dem Semester. Da die Inhalte meines Erachtens tiefer und gründlicher erschlossen wurden, sollte wiederum bei der Fächerwahl das persönliche Interesse absoluten Vorrang haben – es fällt in Australien wohl wesentlich schwerer, sich durch ein ungeliebtes Fach zu „quälen“.



Reisen in Australien:

Typische Reiseziele in „Down Under“ sind wohl hinreichend bekannt und stehen in jedem Reiseführer, z.B. „Lonely Planet Australia“. Das Auto ist wohl das Verkehrsmittel schlechthin für eine Reise in Australien, auch wenn selbst das für die teils gewaltigen Distanzen zu wenig scheint. Ideal scheint mir, die „Mid-Semester-Break“ (eine 2-wöchige vorlesungsfreie Zeit) oder aber die verbleibende Zeit nach Semesterende zu nutzen, um das Land zu erkunden.

Ich wählte mit einem Freund die wohl günstigste Variante; wir mieteten einen Kleinwagen für 14 Tage, dazu kauften wir ein kleines Zelt und campten teils wild, teils legal. Mietwagen sind bereits ab ca. 25 € pro Tag zu haben. Eine interessante Alternative ist allerdings auch, einen Campervan anzumieten und sich somit sämtliche Übernachtungskosten in Hostels o.ä. zu sparen. Eine weitere Möglichkeit bietet wohl auch die Reise per Bus. So werden z.B. sämtliche Städte der Ostküste mehr oder weniger regelmäßig befahren. Es existieren einige interessante Angebote wie zum Beispiel ein zeitlich beschränktes Ticket, welches Busreisen so gut wie überall in Australien ermöglicht.
Die Reise im eigenen Auto bringt so einige Tücken mit sich; Der Linksverkehr setzt einem besonders in der Großstadt zu, und auf dem Land werden nachts kreuzende Känguruhs zu einer nicht zu unterschätzenden Gefahr. Das Benzin in Australien ist billiger als hierzulande, aber immer noch ausreichend teuer – besonders bei den gewaltigen Distanzen.
Für die relativ kurze Urlaubszeit im Semester ist z.B. die Ostküste Australiens ein lohnendes Ziel. Hier sind viele Sehenswürdigkeiten auf einer Strecke versammelt: Brisbane, Fraser Island, Magnetic Island vor Townsville, das Great Barrier Reef und Cairns sowie zahllose traumhaft schöne Nationalparks und einsame Strände.



Fazit:

Ein Auslandssemester in Australien ist die damit verbundene Mühe eindeutig wert. Neben der Erweiterung des eigenen Horizontes habe ich in erster Linie sehr von den belegten Fächern profitiert. Die Inhalte halfen mir vor allen Dingen bei der Orientierung für meine spätere Berufswahl.
Außerdem entstanden zahlreiche und anhaltende Freundschaften mit Studenten aus aller Welt. Wer auf diesem Wege bis ans andere Ende der Welt reist kann sicher sein, nicht lange auf sich allein gestellt zu sein.
Es gibt wohl zahlreiche Gründe, für eine solche Erfahrung Australien zu wählen: Ein einzigartiges Klima, einmalige Vielfalt in der Natur und großartige Landschaften. Die kosmopolitischen Großstädte im Kontrast zu den unendlichen Weiten des Landes bieten wohl für jeden Charakter die passende Umgebung. Australien als „Schmelztiegel der Kulturen“ garantiert zudem Erlebnisse mit Menschen unterschiedlichster Herkunft und Denkweise.


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Erfahrungsbericht - Sabine Jacobs



NO WORRIES, MATE!...dieser bei Australiern sehr beliebte Ausspruch spiegelt auch gleichzeitig ihre freundliche und relaxte Lebenseinstellung wider, und Ihr könnt Euch schon mal freuen: Sie färbt ab!
Mein Erfahrungsbericht soll diejenigen, die ein Studium an der Macquarie University aufnehmen bzw. darüber nachdenken mit Zusatzinfos versorgen und ein paar Tipps für das Leben in Sydney geben.

Ready – Set – Go!

1. Vorbereitung

Es gibt viel zu tun! Unis aussuchen, Sprachtest, Visum, Flug, Panel Doctors undundund. Ein dreiviertel Jahr ist entspannter Zeitraum, um alles in Ruhe und gründlich zu planen. Das Institut Ranke-Heinemann war mir bei der Vorbereitung eine große Hilfe: die persönliche Beratung war topp – immer sehr kompetent und freundlich - und die Website informiert über alles Wichtige rund um ein Studium in Australien und Neuseeland. In Sydney angekommen gibt es auch wiederum einige Dinge zu organisieren, deshalb würde ich jedem empfehlen, circa zwei bis drei Wochen vor Studiumsbeginn anzureisen, um sich schon mal ein bisschen einzuleben, ein Zimmer zu suchen und formale Dinge zu erledigen.

2. Macquarie University

a) Allgemeine Fakten

Die Macquarie ist eine der jungen Universitäten in Sydney, die sich innerhalb der letzten Jahre gegen die älteren etabliert hat und für viele Fächer, vor allem für Business, einen guten Ruf genießt. Die Studiengebühren sind hier etwas niedriger als an anderen Universitäten in Sydney. Ob Study Abroad, Exchange, Bachelor- oder Masterprogramm – die Macquarie bietet all das für ein breites Fächerspektrum an. Besonders beliebt sind die Masterstudiengänge, wie z.B. Master of International Business oder Master of Commerce mit verschiedenen Schwerpunkten, da diese in zwei Semestern absolviert werden können. Ich selbst habe den Master of Commerce in Business gemacht, den ich aufgrund seiner individuellen Kurszusammenstellung sehr empfehlen kann.

b) Lage und Erreichbarkeit

Die Macquarie Uni befindet sich in North Ryde – circa 20 km nördlich der Innenstadt und liegt somit etwas ab vom Schuss. Ab voraussichtlich 2008 ist die Trainstation „Macquarie University“ fertig gestellt, bis dahin muss man aber entweder den Bus ab der City nehmen (QVB oder Wynyard) oder mit dem Zug bis Epping oder Chatswood fahren und dann den Bus nehmen. Je nach Wohnlage kann die Fahrt 30 bis 90 Min. in Anspruch nehmen. Da man aber meistens nur zwei- bis dreimal pro Woche zur Uni muss, ist das für die meisten nicht so schlimm. Die Uni an sich ist ein großer Campus mit etwas veralteten, aber sehr gut ausgestatteten Gebäuden, viel Grün, vielen Vögeln und noch mehr Asiaten, die hier schätzungsweise die Hälfte aller internationalen Studenten ausmachen, was an anderen Unis aber nicht viel anderes ist. Sydney ist mein persönliches Mini-Asia!

c) Einführungswoche

Zwei Wochen vor Beginn des Semesters gibt es eine „Orientation Week“, die sich gut dazu eignet andere neue Studenten, den Campus und einige Attraktionen von Sydney kennen zu lernen und sich über das Kurssystem, Einschreibprozedere und formale Angelegenheiten zu informieren.

d) Kurse und Niveau

Die meisten Kurse haben zwischen 20 und 50 Teilnehmern und sind sehr gut. Die Dozenten sind kompetent, gut vorbereitet, der Stoff ist sehr aktuell und praxisnah und der Unterricht interaktiv und interessant gestaltet. Durch die vielen Gruppenarbeiten lernt man außerdem in internationalen Teams zu arbeiten, was nicht immer ganz einfach und teilweise ganz schön zeitaufwendig, aber für die persönliche Entwicklung positiv ist. Unter den Dozenten gibt es allerdings auch an der Macquarie ein paar schwarze Schafe, die ein interessant klingendes Fach schnell nur noch durch die Kaffeepausen zum Wachrütteln erträglich machen. Mein Rat ist die Öhrchen offen zu halten, ältere Semester fragen, welche Kurse gut/schlecht sind und schnell reagieren und ggf. den Kurs zu wechseln, was innerhalb der ersten beiden Wochen möglich ist. Vom Schwierigkeitsgrad sind alle Kurse gut zu packen, der Arbeitsaufwand ist allerdings enorm. Laufend müssen Assignments und Gruppenarbeiten eingereicht, Präsentationen gehalten und Texte gelesen werden. Wenn man hier etwas besonders gut lernt, dann ist das Zeitmanagement! Doch keine Sorge, den Kurs zu bestehen ist nicht schwierig, die Kunst liegt eher darin eine wirklich gute Note zu erreichen.

3. Wohnen

Was einen nicht umbringt macht einen ja bekanntlich härter...willkommen auf Sydneys Wohnungsmarkt! Teil Dein Zimmer mit drei anderen und bezahl 130 Dollar die Woche! Freunde Dich mit deinen Mitbewohnern, den Kakerlaken an! Wohne bei einer chinesischen Familie! Oder lebe in einer Art Abstellraum ohne Fenster! Es gibt nichts, was es hier nicht gibt und jeder arme wohnungssuchende Student hat mindestens eine gruselige Story am Start. Die gute Nachricht: Bisher hat noch jeder eine Bleibe gefunden! Die schlechte Nachricht: Bei den meisten strapaziert die Wohnungssuche ganz schön die Nerven…lasst Euch nicht entmutigen – auch wenn die ersten Tage der Suche sehr hart sind und Ihr einige Horror-Behausungen seht und mit Verzweiflungsanfällen kämpft – die meisten finden innerhalb einer Woche etwas Passables. Zu den Wohnverhältnissen: In Australien sind WGs (shared accommodation) der Standard. Manchmal sind die Zimmer teilmöbliert, man kann aber gut second hand Möbel oder seine Sachen beim guten alten Ikea kaufen. Die Mietpreise liegen in Sydney generell etwa 20 bis 30 Prozent über den deutschen.
Zu Beginn muss man sich zunächst die Frage stellen, ob man an der Macquarie und somit weiter weg von der City oder lieber in der Stadt wohnen möchte und dafür einen längere Fahrt zur Uni in Kauf nehmen will.

a) Wohnen an der Macquarie

Über die Uni kann man sich für einen Platz im Wohnheim on oder off Campus bewerben. Die Häuser und Zimmer sind ganz nett, aber nichts Besonderes und mit bis zu 200 Dollar/Woche absolut überteuert. Viele Studenten tun sich zusammen und mieten sich auf eigene Faust ein Haus in uninahen Stadtteilen wie Marsfield, Eastwood oder Epping und kommen weitaus günstiger davon (ab 100 Dollar). Auf dem Campus hängen gerade zu Beginn des Semesters viele Wohnungsanzeigen aus. Weiterhin gibt es das Accommodation Office, das für manche eine Hilfe ist. Generell kann man zwei Dinge festhalten: Erstens bekommt man hier nicht wirklich mit, dass man im schönen Sydney ist und zweitens ist hier abends wenig los; bis auf eine Bar namens „The Ranch“ und ein Shoppingcenter gibt es dort ***ähm-hmmmm-überleg*** eigentlich nichts, oft wird sich aber privat bei jemanden zu Hause getroffen. In die Stadt dauert es 45 Minuten mit dem Bus, es ist aber gerade nachts relativ kompliziert wieder zurück zu kommen.

b) Wohnen in der City

Viele Studenten entscheiden sich in der Stadt oder Nähe der Stadt zu wohnen. Auch ziehen einige Leute, die im ersten Semester an der Uni gewohnt haben, in die Stadt – selten umgekehrt. Direkt im Central Business District (CBD) ist es schwierig etwas Anständiges für einen guten Preis zu bekommen. Die Wohnungen sind oft dreckig, verkommen und überteuert. Empfehlenswert sind z.B. Surry Hills, Glebe und Newtown, Paddington und Balmain. Auf der Nordseite der Stadt geht es weiter mit Kirribilli (ich wohne hier), Milsons Point und North Sydney. Etwas weiter im Norden und eine Kompromisslösung zwischen Uninähe und Stadt sind Crows Nest, Wollstonecraft, Waverton, St. Leonards, Lane Cove und Chatswood. Manche wollen in Manly oder Bondi direkt am Strand wohnen, wo es zwar schön ist, man von dort aus aber sehr lange zur Uni braucht.
Wie finde ich eine Wohnung? Hilfreiche Internetseiten sind www.flatmates.com.au und www.domain.com.au. Es bietet sich auch an die schwarzen Bretter von der UTS und der Sydney Uni aufzusuchen. Falls man eine Wohnung alleine/mit mehreren selber anmieten möchte, kann man das über Real Estate Agents machen, die Vermittlungsgebühr wird vom Vermieter (landlord) getragen. Allerdings muss man damit rechnen, dass ein Beweis für ein gedecktes Konto sowie oftmals auch Referenzen, dass man „good character“ hat, verlangt wird.

Mietpreise sind wie bereits erwähnt höher als in Deutschland. Hier wird meistens pro Woche bezahlt und mit 130 bis 180 Dollar die Woche für ein WG-Zimmer muss man im Schnitt schon kalkulieren. Dazu kommen oft noch die Rechnungen (bills), die mit ca. 5-10 Dollar pro Woche zu Buche schlagen. Am Anfang wird meistens eine Kaution (bond) gezahlt plus eine Anzahlung gemacht.

4. Sprache und Australier

Die Sprache ist – of course – Englisch. Macht Euch keine Sorgen um den australischen Akzent. Auch wenn man am Anfang nicht alles versteht – ging mir so, ging vielen so – man kommt schnell rein. Die Australier sind super laid-back, freundlich und hilfsbereit. An einige Gepflogenheiten muss man sich als Deutscher aber erst mal gewöhnen.
Wundere Dich also nicht, wenn...

...Wildfremde Dich mit „Darling“ oder „Honey“ ansprechen,
...sogar der Kassierer im Supermarkt wissen will „How are you today?“
...Du anfängst, dem Busfahrer „Thank you“ zu sagen, wenn Du aussteigst,
...Leute barfuss durch die Stadt laufen
...die Kellnerin es „fantastic“ oder „excellent“ findet, wenn sie Deinen Teller abräumen darf,
...Du es normal findest, dass ungefähr jeder zweite einen 4WD (Geländewagen) fährt.

5. Finanzierung

Ein Studium in Australien ist nicht billig. Neben den Studiengebühren fallen die Lebenshaltungskosten an, die in Sydney etwas über denen in einer deutschen Großstadt liegen. Wohnen und Transport sind teurer als in Deutschland. Ein Wochenticket Zonen City bis Macquarie (Green Travel Pass) kostet 40 Dollar. Preise für Essen im Supermarkt und auf Märkten sind vergleichbar mit Deutschland, Fisch, Fleisch, Obst und Gemüse sind sogar oft günstig. Auswärts essen ist definitiv billiger, in kleinen Asia-Restaurants oder in den zahlreichen Foodcourts bekommt man eine gute Mahlzeit für 5 bis 10 Dollar. Die Uni hat eine Art Mensa im „SAM“, die nicht schlecht ist, aber teurer als in Deutschland. Weggehen ist ebenfalls vergleichbar mit Deutschland. Ein großes Bier oder ein Glas Wein kostet um die 5 Dollar, Cocktails und Co. um die 10 Dollar, der Eintritt ist vor 22h meist frei. 1000 Euro pro Monat ist ein realistischer Betrag, den man einplanen sollte. Dazu kommen dann noch Extraausgaben für Reisen, Kleidung, Möbel etc.
Es gibt verschiedene Förderungsmöglichkeiten/Stipendien wie DAAD, Auslandsbafög, Bildungskredit und universitätseigene Stipendien von der Macquarie. Es lohnt sich, für das Macquarie Stipendium zu bewerben, ich habe wirklich einige kennen gelernt, die es bekommen und dadurch die kompletten Studiengebühren erlassen bekommen haben. Weiterhin besteht natürlich auch die Möglichkeit sich in Sydney einen Job zu suchen. Mit dem Work Visa, das man beantragen muss, kann man während des Semesters bis zu 20 Stunden pro Woche arbeiten. Stellenangebote gibt es z.B. auf www.seek.com.au .

6. Tipps und Tricks für einen guten Start und Aufenthalt

- Eröffnet noch in Deutschland ein Girokonto bei der Deutschen Bank, dann könnt hier bei der australischen Westpac gebührenfrei Geld abheben,
- Nehmt eine Mehrfachsteckdose mit nach Australien, dann könnt Ihr alle Eure Geräte gleichzeitig anschließen und braucht nur einen Adapter zu kaufen,
- Dienstags ist Kinotag – mit Studentenausweis 5 bis 6 Dollar,
- Handys aus Deutschland funktionieren hier, einfach eine Prepaidkarte von z.B. Voda-fone in einem Convenience Store oder Supermarkt kaufen,
- Der Lonely Planet Australia ist ein super Reiseführer, in dem Ihr auch ein Hostel für die ersten Tage aussuchen könnt (gute Hostels in der City sind Wake Up, YHA Central, Eva’s Backpacker uvm.),
- www.131500.info ist ein hilfreicher Routenplaner für den öffentlichen Transport,
- Unter www.whereis.com.au findet Ihr einen virtuellen Stadtplan,
- Auf Paddy’s Market (Do-So, bei China Town) bekommt man frisches Gemüse und Obst für ein Drittel des Preises in Supermärkten,
- Eine sehr gute und günstige Auslandsversicherung bietet die DKV an.

Sydney wird einen festen Platz in Eurem Herzen einnehmen. Die Stadt ist einfach „the place to be“ und hat unglaublich viel zu bieten. Die Macquarie war eine sehr gute Wahl für den Master, ich habe nicht nur fachlich viel gelernt, sondern auch tolle Leute aus aller Welt kennen gelernt. Warum also noch länger zögern? Welcome to Sydney!


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Erfahrungsbericht - Friedrich Große-Dunker



Erfahrungsbericht


Nach meinem Auslandsaufenthalt in Sydney 2005 an der Macquarie University versuche ich in diesem Erfahrungsbericht meine Eindrücke wiederzugeben und dem ein oder anderem somit die Planungen oder Entscheidungen etwas einfacher zu machen.



Vorbereitungen

Als Richtlinie wird immer ein Jahr Vorbereitungszeit angegeben. Meiner Erfahrung reicht diese Zeitspanne sehr gut aus. Man muss allerdings beachten, dass Stipendien teilweise längere Bewerbungsphasen haben. Man sollte sich von daher im Voraus über mögliche Stipendien informieren, danach ist dann ein Jahr Vorbereitung mehr als ausreichend!
Alles Weitere ist über Institute wie in meinem Fall Ranke-Heinemann sehr einfach und schnell abzuwickeln! Alle Kommunikation mit der australischen Universität wird über das Institut abgewickelt (Übersetzungen, Beglaubigungen, …). Dieser Service macht die Bewerbung an der Universität sehr einfach und unkompliziert!

Anreise/Ankunft

Bei der Fluglinienwahl sollte man auf das Gepäcklimit achten! Der Flug über Amerika erlaubt es einem, 60kg Gepäck mitzunehmen; die Route über Asien nur 20kg! Allerdings erhöhen einige Fluglinien auf Anfrage das Limit um 10kg für Auslandsstudenten! Generell sind die Fluglinien sehr kulant beim Gepäcklimit, sobald man sich als Auslandsstudent ausgibt, der ja für 6 Monate Gepäck mitnehmen muss!
Erst einmal angekommen in Sydney, sollte man sich erst einmal in ein Youth Hostel einbuchen und von dort aus auf Wohnungssuche gehen. Das ist meiner Meinung nach deswegen besser, weil der Wohnungsmarkt in Sydney zwar üppig ist, allerdings auch viele üble Überraschungen zu bieten hat! Inspektionen vor Ort sind unerlässlich, von daher ist eine Suche schon von Deutschland aus nicht unbedingt sinnvoll! Ich persönlich bin im Greenwich Village untergekommen und war zufrieden, allerdings auch nicht mehr als die Basics. Kostenloses Abendessen fande ich persönlich sehr vorteilhaft, weil man in den ersten Tagen so viel um die Ohren hat und dann sich nicht auch noch um sein Essen zu kümmern braucht! Das Wake Up Hostel ist auch sehr beliebt und ist sehr zentral gelegen!

Wohnen

Für die Wohnungssuche sollte man sich Zeit lassen. Eine Woche kann reichen, kann aber auch knapp sein. Die beste Vorgehensweise ist entweder über das Internet (www.realestateagent.com.au, www.easyroommate.com) oder über die Samstagsausgabe des Sunday Morning Herold. Und wie immer gilt: Der frühe Vogel fängt den Wurm! Die Mieten werden in Australien wöchentlich bezahlt und meistens fallen zusätzliche Nebenkosten für Gas, Strom oder Wasser an.
Beliebte Stadtteile zum Wohnen sind Surry Hills, Paddington, Glebe, Newtown,… Am besten sucht man in der Nähe der Uni of Sydney oder UNSW, wenn man einen „Studentenstadtteil“ sucht! Prinzipiell ist das Wohnen in der Stadt vorteilhafter als an der Macquarie Uni, weil diese sehr weit außerhalb liegt und nachts nahezu unerreichbar ist (abgesehen von ca. 1,5h Fahrt). Das Nachtleben in Sydney findet in Kings Cross und Darling Harbor statt.

Verkehrssystem

In 6 Monaten habe ich immer noch nicht verstanden, wie dieses Verkehrssystem zum „Besten der Welt“ gehören soll. Es baut hauptsächlich auf Bussen auf, die meist unberechenbar sind und am Anfang sehr verwirrend, weil viele Busstationen nicht mal Namen haben, im Bus nicht angekündigt werden und teilweise die Stationen nicht mal Zeitpläne haben! Außerdem gibt es ein Zugsystem, welches größere Entfernungen erschließt, allerdings (noch) nicht die Macquarie Uni!
Den Anfangsfehler, auf den Bus zu warten, ohne ihm zu signalisieren dass man einsteigen will, macht wohl jeder: mit dem Resultat das der Bus vorbei fährt und man erstmal zu spät kommt!
Außerdem ist das Verkehrssystem sehr teuer! Eine Wochenkarte mit der Zone der Macquarie University kostet 40 AUS$. Das sind immerhin 100€ im Monat! Exchange Studenten bekommen 50% Ermäßigung auf den Kaufpreis, Study Abroad Studenten sind von dieser Ermäßigung ausgeschlossen. Klingt komisch, ist auch so!

Geld

Die wohl beste Methode, Geld nach Australien zu transferieren, ist das Junge Konto der deutschen Bank! Dieses ist für Studenten kostenlos und es ermöglicht einem an Westpac (australische Bank) Automaten (in Englisch ATM) kostenlos Geld abzuheben! Da die Westpac ziemlich gut vertreten ist, hatte ich persönlich nie Probleme an Geld zu kommen! Selbst auf Reisen hatte ich keine Probleme, einen Westpac ATM zu finden. Auf dem Macquarie Campus selbst ist keine Bank, aber im nebenan gelegenem Shopping Centre (5min zu Fuß) befindet sich auch ein Westpac ATM. Mit einem Konto anderer Banken kann man auch direkt am Campus Geld abheben.
Allerdings traten sowohl bei mir als auch bei anderen Studenten Probleme mit der Karte auf. Das ging von „Karte kann nicht gelesen werden“ (mein Fall, ich brauchte eine neue Karte) zu temporären Störungen! Man sollte also auf jeden Fall immer noch Kreditkarten zur Sicherheit dabei haben!
Es ist dann auch vor Ort möglich, ein Konto zu eröffnen, braucht man aber als gewöhnlicher Student kaum! Die Miete kann auch bei den Banken per Cash überwiesen werden. Allerdings ist natürlich Online Banking bequemer und wer arbeitet, kommt nicht ohne Konto aus.

Sydney

Sydney zu beschreiben ist etwas schwer, da jedem diese Stadt wohl anders gefällt. Ich habe mich sehr wohl in Sydney gefühlt. Vor allem der Hafen und die umliegenden Strände sind einfach unschlagbar! Es ist ziemlich einfach, sich in Sydney CBD zurecht zu finden. Allerdings ist Sydney im Vergleich zu z.B. Melbourne nicht so europäisch … und das bedeutet z.B. ganz konkret, dass man in Sydney kaum enge Gassen mit kleinen Bars, Cafes oder Restaurants findet! Dieser „europäische“ Stil ist Sydney eher fremd, es finden sich große Hotels, die mit einer Übernachtungsstätte weniger zu tun haben. Hotels gibt es an jeder Ecke und sind große Bars, manche über mehrere Etagen, mit teilweise eigener Tanzfläche! Hotels sind ganz nett, allerdings ziehe ich kleine individuelle Bars vor, und das sind solche Hotels definitiv nicht!
Dies soll aber nicht heißen, dass es so was in Sydney nicht gibt, nur eben sehr viel weniger! Allerdings ändert das nichts an der Tatsache das Sydney eine sehr schöne Stadt mit noch besseren Möglichkeiten ist.
Zusammenfassend würde ich die Qual der Wahl zwischen Sydney und Melbourne als eine Wahl zwischen „Sommerleben“ in Sydney (sehr gutes Wetter und viele Strände, die quasi zum Leben dazugehören) und „Lifestyle“ in Melbourne (individuelle Stadt, auch „Stadt des Sports“) beschreiben. Allerdings, eine falsche Wahl kann man dabei nie treffen!

Die Uni

Die Macquarie University liegt ca. 1- 1,5h außerhalb von Sydney und ist per Bus (und bald Bahn) zu erreichen! Die Zeit variiert je nach Verkehr und somit sind Verspätungen nie auszuschließen.
Die Uni an sich ist in einem netten Park gelegen, die Gebäude dagegen sind eher betongrau und unspektakulär! Die Einrichtung der Uni ist gut, allerdings erwartet man für solche Studiengebühren eine bessere Ausstattung (zumindest was ich gesehen habe). Speziell die Bibliothek ist zwar üppig mit PCs ausgestattet, aber gegen Ende des Semesters wurde es immer schwerer einen Laptopplatz zu finden (bis unmöglich). Der Computerraum war meistens voll und man musste anstehen, allerdings nie länger als 5min!
Meine belegten Kurse in Business Administration waren sehr gut bis enttäuschend (ich habe nur Undergraduate Kurse besucht, von Postgraduate Kursen habe ich anderes gehört als das was ich hier beschreibe). Empfehlen kann ich „Asian Business Environments“, dieser Kurs war sehr interessant und hat viele neue Ansichten vermittelt. Weiterhin soll der Kurs „Middle East Relations“ sehr gut sein, vor allem wegen dem integrierten Planspiel. Leider habe ich zu spät von dem Kurs erfahren, um an ihm teilzunehmen, aber für jeden der sich ein bisschen dafür interessiert, sollte sich diesen Kurs anschauen.
Generell würde ich persönlich das australische Undergraduate Niveau eher unter dem deutschen Niveau einschätzen, der Fokus liegt in Australien mehr auf Wissensaufnahme. Folglich ist es schwer, eine richtig gute Note an der Macquarie zu schreiben (speziell als Ausländer). Dafür ist es aber mit ein bisschen Lernen genau so schwer, irgendwo durchzufallen! Allerdings enthält es auch wesentlich mehr Aufwand während des Semesters, weil in fast jedem Fach Assignments abzugeben sind und Referate gehalten werden müssen. Vor allem nach dem Mid Semester Break wurde es manchmal schon etwas stressig.

Rückblickend würde ich sagen, dass die Macquarie keine schlechte Universität ist, ich allerdings mehr für mein Geld erwartet hätte! Die Uni of Sydney z.B. hat einen sehr viel schöneren Campus, allerdings ist fraglich dafür zusätzlich noch 1000$ Studiengebühren zu zahlen.
Und man sollte niemals glauben, man wäre der einzige Deutsche in Australien! Allein an der Macquarie Uni waren im 2. Semester 2005 allein 550 Deutsche, nach den Amerikanern die zweitgrößte Gruppe! Und wer ein bisschen reist, merkt sehr schnell, dass noch viel mehr in Australien unterwegs sind. Schlecht ist das sicher nicht, aber man sollte das meiner Meinung nach darauf vorbereitet sein.
Rückblickend kann ich sagen, dass ich mit der Wahl der Macquarie University nicht unzufrieden war, vor allem das von der Uni vermittelte Praktikum hat mir sehr gut gefallen! Allerdings muss ich auch sagen, dass die Studiengebühren nicht dem angebotenen Service gerecht wurden, auch wenn dieser definitiv besser als in Deutschland. Allein das „Preis-Leistungsverhältnis“ hat meiner Meinung nach nicht gestimmt. Die Erfahrung, 6 Monate in Sydney gelebt und studiert zu haben, macht das aber definitiv wieder wett!


Nachtleben

Wie in jeder Großstadt findet man auch in Sydney immer und überall etwas zum feiern! Das große Weggehviertel ist Kings Cross bzw. die Oxford Street für Homosexuelle. Clubs in Sydney sind relativ teuer, vor allem der Eintritt kostet im Schnitt 20$ (=13€). Allerdings sind alle Hotels meistens ohne Eintritt. Es sollte aber für jeden Geschmack etwas dabei sein.
Das Greenwood Hotel ist donnerstags recht beliebt, das Publikum dagegen gewöhnungsbedürftig. Zu Anfang des Semester viele Privatpartys in Form von Einweihungs- oder Geburtstagsfeiern.
Nette Bars bzw. Cafes findet man auch in Newtown oder Glebe nahe der Uni of Sydney. Diese Stadtteile sind eher studentisch geprägt und sehr nett dort zu leben! Aber auch Paddington ist ein sehr netter Stadtteil zum Ausgehen!
Alkohol wird in New South Wales nur in Bottle Shops verkauft, die teils auch unterschiedliche Preise haben, vergleichen lohnt sich daher! Auch die Bierpreise in den Bars sind unterschiedlich, generell zahlt man aber 4€ für 0,4l! Hochprozentige Drinks sind dementsprechend noch teurer.


Fazit

Abschließend kann ich sagen, dass diese 6 Monate eine super Zeit war, und der Abschied dementsprechend nicht leicht war! Ich habe mich in Sydney sehr wohl gefühlt und die Zeit in vollen Zügen genossen. Ich würde es jederzeit wieder machen …
Und deswegen möchte ich Ranke Heinemann und Quantas für die großartige Unterstützung und Bertreuung danken, ohne die sicherlich einiges schwieriger gelaufen wäre! Dass ein Auslandssemester so „einfach“ zu organisieren ist, hätte ich nie geglaubt … man muss es einfach nur tun!


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Erfahrungsbericht - Bastian Keller



One Year Down Under

For two semesters I studied at Macquarie University, one of the four largest Universities in Sydney where I finished my studies with a Master of Commerce in Business. As expected, I did more than just studying in Sydney and ended up staying a lot longer than I had originally planned to. Here, by sharing my wonderful experience, I want to show that going to “the land down under” might be better than you already think. No matter what the circumstance or where you are thinking about going, Australia is definitely worth a look. In one year I have yet to meet someone or heard of someone who was not fascinated by this enormous country. So do not only think about going, do it!

When I left Germany my plan was to study business as a so called Study Abroad student to get credits for my studies at the University of Cologne as well as do some travelling while in Australia. When I sat in my postgraduate units I realised that most of the other international students do a full Master degree. Because I had an open return ticket anyways and I already had fallen in love with Sydney, I decided to try the same. To my great surprise I could change into the Master program after my first semester. So in the end I enjoyed two semesters and the Australian summer in Sydney, got a Master degree, made some short trips and additionally trips to Fiji, along the Australian east coast, Melbourne, and New Zealand
as well. What a year!

Macquarie University

The city is divided by the Sydney Harbour and both shores of this natural harbour are connected by the Harbour Bridge. I attended Macquarie University which is on the North Shore in a suburb called North Ryde. The other three big universities in Sydney (the University of Sydney, the University of New South Wales and the University of Technology Sydney) are on the South Shore where I lived between Hyde Park and Kings Cross and right next to the Central Business District (CDB) in the suburb with the beautiful name Woolloomooloo. Everyday I had to cross the Harbour Bridge and travel by bus about an hour each way to get to University – which was definitely worth it because I loved my neighbourhood and being in walkingdistance to almost everything. Moreover, the bus goes straight, you do not have to change buses and there is enough to read for University anyways. Soon, the new train station at Macquarie University will be in use so you can take the subway which will be a lot faster. You can also choose to live near University or even on campus. This is not what I wanted because this area is too
rural for my taste and you do not see Sydney as much as you should but a lot of international students decide for this option. A third and very prominent alternative for Macquarie students is to live in the suburb Manly because you can alternatively attend many Macquarie units there in a beautiful castle and you can walk to the beach every day. Manly was my second home.

My classes were very different to my classes at the University of Cologne. Even in comparison to seminars at the University of Cologne, the Master classes at Macquarie University are smaller, much more interactive and personal. I perceived the level as being lower, but classes are more practical and often use case studies which in my view is a perfect supplement to studies at the University of Cologne. The final exams are only worth 40 to 60 percent of the final grade and depending on the unit there is a midterm exam and one to three papers per unit. Each paper is between 1,200 and 3,000 words. Some are individual assignments and some are group assignments and mostly followed by a presentation. Especially the group work I would not want to miss because in the Master course the percentage of Australian students is far below 10 per cent and my fellow students were from all over the world, mostly from European countries, from Asia, from North America, and from South America. Another mayor difference is that at Macquarie University you get tested continually. So you must develop a very good time management to be able to enjoy the many things Sydney offers.

Life in Sydney

It is not easy to briefly name what is worth seeing and doing in Sydney. Besides the most beautiful city harbour in the world with the impressive Opera House and the eye-catching Harbour Bridge, the city offers parks, excellent shopping and a lot of very good restaurants, bars and clubs. Night life in Sydney is amazing and you can always try something new. Moreover, this metropolis has the famous beaches in Manly and Bondi and many other very beautiful ones. There is nothing better than taking the Manly ferry from Circular Quay and passing between Harbour Bridge and Opera House to spend a day at Manly Beach or return the same way when the sun goes down behind the skyscrapers. Most fascinating to me is the way internationality is lived in this city. Australia is an immigrant country and because most of the immigrants move to the big cities, almost everybody in Sydney seems to be a foreigner – and everybody brings his or her own culture so whatever culture you want to experience, you can find it in Sydney. I made very good friends with people from more than 20 different countries and especially got into South American culture in Sydney.

Bastian Keller

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Anmerkung zum Erfahrungsbericht: Dieser Text basiert auf einem Artikel, erschienen im Club-Magazin des PIM&CEMS Student and Alumni Club Köln (http://www.pimandcems.de/).

Ausserdem wurde Herr Keller auch im Globe, dem Magazin der Macquarie University, portraitiert.


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Erfahrungsbericht - Hauke Jacobsen



Macquarie University, Sydney - Eine Erfahrung für das Leben!

Ich verbrachte an der Macquarie University in Sydney ein Study Abroad-Semester im zweiten Halbjahr 2004. Schon im Vorgriff kann ich sagen, dass diese Zeit zur schönsten meines Lebens gehörte und ich auch jetzt, über ein Jahr nach Beginn des "Abenteuers" Sydney, sehr gern und mit sehr guten Erinnerungen daran zurück denke.

Alles fing damit an, dass mich eine gute Freundin mit dem "Virus" Australien ansteckte. Sie hatte ein halbes Jahr während der Schulzeit in Australien verbracht und erzählte immer wieder davon. Da ich schon von Beginn an ein Auslandssemester in meiner Studienzeit einplante, fiel meine Wahl dank dieses Einflusses schnell auf Australien als potentielles Land zum Studieren. Durch Zufall entdeckte ich im Internet einen Link zum Institut Ranke-Heinemann, als ich nach Universitäten suchte und mich bewerben wollte. Nach einem sehr netten Telefongespräch mit einer Mitarbeiterin des Instituts war klar, dass ich den Bewerbungsprozess über das Institut abwickeln würde. Ich suchte nach potentiellen Universitäten und fand die Macquarie University in Sydney am besten geeignet, um als Fachhochschulstudent das Study Abroad-Semester zu bestehen, da die Praxisorientierung sehr hoch schien. Von da an war die Bewerbung kein Problem mehr, das Institut unterstützte mich in allen Belangen und den einzigen nervigen Papierkram gab es für mich beim Auslands-BAFöG, ansonsten lief alles glatt.

Kurz vor dem Abflug nach Australien bereute ich meine Entscheidung für das Study Abroad allerdings doch für eine kurze Zeit. Die gesamte Abwicklung meines Auszugs aus meiner Wohnung und die letzten bürokratischen Hürden gestalteten sich als sehr zeitaufwändig und ich hatte eine Menge Stress. Doch auch diesen Durchhänger überstand ich und letztendlich saß ich vor dem Abflug sehr guter Dinge in Frankfurt am Flughafen und freute mich auf das, was vor mir lag.

Der Flug verlief ruhig und ohne Zwischenfälle, ich sah nach 23 Stunden Flug die Lichter Sydneys unter mir und von diesem Moment an bereute ich keine Sekunde meine Entscheidung für das Semester in Oz. Am Flughafen holte mich wie vereinbart ein Fahrer der Macquarie University ab und brachte mich in meine vorübergehende Bleibe, das Robert Menzies College direkt auf dem Campus. Am nächsten Tag hatte ich den ersten Kontakt mit meiner Betreuerin Sally Asquith, die viel jünger als erwartet und Teil eines großartigen Betreuungsteams an der Macquarie University war. Mit diesem Team und der Motivation der Betreuer fiel die Enrolment-Session, das Einleben an der Universität und auch im Leben abseits des Campus sehr leicht. Ich nahm an einem Orientierungswochenende der Universität mit vielfältigen Programm in den Blue Mountains teil, auf dem ich Kontakte zu vielen anderen Studenten knüpfte, die zum Teil immer noch bestehen. Der Start war klasse und es blieb das ganze Semester so. Einen kleinen Wermutstropfen gab es aber doch, die Wohnungssuche und die damit verbundene Gewöhnung an völlig studentenuntypische Mietpreise.

Die Suche nach einer festen Bleibe in Sydney nahm zwei Wochen in Anspruch. Es ist am Anfang des Semesters schon problematisch, eine vernünftige und bezahlbare Wohnung zu finden. Erstens ist der Standard ein anderer als in deutschen Städten, zweitens suchen sehr viele Studenten am Anfang des Semesters Wohnungen und drittens waren/sind die Mietpreise in Sydney horrend. Unter 140AU$ pro Woche kommt man nicht weg, 200AU$ sollte man einplanen. Dies führt leicht zu Frustration, weil nebenbei auch noch der Umgang mit australischen Wohnungsmaklern gelernt werden will. Aber am Ende findet sich doch eine nette Unterkunft, niemand muss auf der Straße übernachten. Ich für meinen Teil ging eine Wohngemeinschaft mit einer Schwedin ein, unsere Wohnung fanden wir in Neutral Bay, auf halben Wege zwischen Uni und Sydneys CBD.

Die Anforderungen an der Universität kann ich aus meiner Sicht nur für die Computing-Kurse beschreiben. Ich belegte zwei Kurse in der Fakultät und einen Business-Kurs, den ich allerdings nicht weiter bewerten möchte. In meinen Computing-Kursen fand ich mich sehr leicht zurecht, allerdings war eine fundierte Vorerfahrung notwendig, um diese zu bestehen. Der Arbeitsanfall ist nicht gering und es sind umfangreiche Assignments zu bewältigen. Die Klausuren am Ende des Semesters sind sehr anspruchsvoll und erfordern viel Konzentration. Nichts desto trotz schnitt ich als zweitbester Student in beiden Fächern ab - ein Ergebnis, mit dem ich im Traum nicht rechnete. Unter den Top-2% der Kurse zu landen ist nicht einfach und es gab eine Auszeichnung der Fakultät für meine Leistungen.

Rückblickend kann ich sagen, dass mich das Semester und die Zeit in Australien fachlich und persönlich um ein ganzes Stück vorangebrachte. Ich genoss neben der Zeit an Universität natürlich die überwältigende Natur Australiens (Uluru/Ayers Rock, Whitsunday Islands, Tauchen am Great Barrier Reef etc.). Ich kann jedem empfehlen, dies neben der Zeit an der Universität zu tun, denn ansonsten verpasst man eine Menge. Nach dem Semester nahm ich die Gelegenheit wahr, vier Monate zu reisen. Ich flog nach Neuseeland, Bali und Fidschi und es war wirklich das Sahnehäubchen auf einer absolut begeisternden Zeit in Sydney.


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Erfahrungsbericht - Nikolaus Zacher



Studienvorhaben in Australien

Ich studiere an der Universitaet Hamburg den Diplomstudiengang Wirtschaftsinformatik und befinde mich von Juli 2003 bis Juli 2004 an der Macquarie University im Programm Master of International Business. Zu Beginn meines Studienaufenthaltes in Australien hatte ich mein 6. Fachsemester/Hochschulsemester beendet. Da die Australischen Universitaeten ein abgeschlossenes Vordiplom plus sechs Semester Studium einem Bachelor gleichsetzen stand mir auch die Moeglichkeit eines Master Studiums in Australien offen.

Mein Studiengang setzt sich hauptsaechlich aus den Schwerpunkten Betriebswirtschaftslehre und Informatik zusammen. Daher konnte ich Kurse in beiden Spezialisierungen waehlen.

Ich bewarb mich fuer Study Abroad Aufenthalte und fuer Master Programme an den folgenden Australischen Universitaeten:

University of Melbourne; Study Abroad (http://www.unimelb.edu.au)
University of Sydney; Study Abroad (http://www.usyd.edu.au)
University of Queensland; Study Abroad (http://www.uq.edu.au)
Macquarie University, Sydney; Master of International Business (http://www.mq.edu.au)

Ich erhielt innerhalb von eineinhalb Monaten positive Antworten fuer alle Study Abroad Bewerbungen und nach weiteren zwei Wochen eine Zusage fuer den Master of International Business und entschied mich das Angebot der Macquarie University anzunehmen.

Die waehrend des Masterstudienganges abgelegten Studienleistungen sind in einem Umfang von ca. 70% im Rahmen meines Wirtschaftsinformatik-Studiums anrechenbar. Dies klaerte ich vor Abreise mit dem Vorsitzenden des Pruefungsausschusses, sowie mit den entsprechenden Professoren.

Allgemeine Studien- und Arbeitsbedingungen
Die Universitaet auf dem Stadtplan
Die Maequarie University befindet sich in Noth Ryde, ca. 45 Minuten mit dem Bus von der Innenstadt entfernt. Wohnt man in North Ryde, so ist man zwar in der Naehe der Universitaet, jedoch gibt es dort nichts ausser einem grossen Kaufhaus. Wohnt man in der Innenstadt, so kann man das wunderbare Sydney geniessen, muss jedoch an Vorlesungstagen an die 2 Stunden im Bus verbringen. Viele Studenten waehlen daher North Sydney zum Wohnen, da sich dieser Stadtteil ungefaehr in der Mitte von Innenstadt und Universitaet befindet.

Semesterdauer und Anzahl

Die Semester an der Macquarie University sind folgendermassen aufgeteilt:

Erste Session: Februar bis Juli
Zweite Session: Juli bis November
Summer Session: Januar bis Februar

Master of International Business

Der Master of International Business setzt sich aus insgesamt 8 units zusammen, von denen 4 core units verpflichtend und 4 elective units frei waehlbar sind.

Die core units sind:
International Marketing,
International Financial Management,
International Accounting und
International Trade.

Die elective units koennen aus unterschiedlichen Spezialisierungen wie accounting, marketing, economics, information technology, etc. gewaehlt werden.

Genauere Informationen zum Programm Master of International Business sind auf den Internetseiten des Graduate Accounting and Commerce Centre (http://www.gacc.mq.edu.au/mib.htm) abrufbar.

Informationen fuer International Students an der Macquarie University sind unter http://www.international.mq.edu.au/ erhaeltlich. Hier kann auch in das handbook eingesehen werden, dass genaue Beschreibungen der angebotenen units beinhaltet.

Informationen zu den Units

Der Inhalt des behandelten Stoffes ist meist an Anglo-Amerikanischen Standardwerken ausgerichtet und wird von den Professoren und Lehrenden groesstenteils sehr gut vermittelt. Besonders interessant sind die woechentlichen Besprechungen von case studies, die praktische Anwendungsmoeglichkeiten des theoretisch gelehrten und gelernten Stoffes vermitteln.

Die Klassengroesse in den units variiert von 20 (International Marketing) bis zu 150 (International Financial Management) Studenten, wobei ca. 80% der Studenten aus Asiatischen Laendern stammen. Australier sind in Master Programmen nur aeusserst selten anzutreffen, da der Grossteil bereits nach dem Bachelor zu arbeiten beginnt und ein Fortsetzen des Studiums meist zu teuer ist.

Jede unit beinahltet eine zweistuendige Vorlesung und ein einstuendiges Seminar und beansprucht bis zu 16 Stunden Arbeitsaufwand pro Woche, da assignments termingenau abzugeben sind, Praesentationen vorbereitet und gehalten werden muessen und relativ viel Literatur zu lesen ist.

Die Benotung einer unit setzt sich aus mehreren Einzelnoten zusammen. Hier sei erwaehnt, dass die Benotung an der Macquarie University streng ist und im Schnitt ca. 6 bis 10 Prozentpunkte unter dem Hamburger Schnitt liegt. Als Beispiel fuer die Zusammensetzung einer unit Gesamtnote moechte ich das Fach mit den meisten Teilleistungen angeben, International Marketing. In dieser unit musste ein case study in essay-Form bearbeitet (10 Seiten, 10%) und praesentiert (30 Minuten, 5%) werden, ein major project verfasst (60 Seiten ohne Appendix und max. 110 Seiten mit Appendix, 30%) und praesentiert (30 Minuten, 10%) werden und ein final exam (2 Stunden, 30%) geschrieben werden. Zudem wurden waehrend des Semesters 3 unangekuendigte multiple choice Tests (jeweils 5%) geschrieben. Im Schnitt sind fuer eine unit 2 assignments im Umfang von jeweils ungefaehr 2000 Woertern oder ein assignment und eine Zwischenpruefung, die gemeinsam durchschnittlich 30 Prozent der Endnote wert sind und ist eine Abschlussklausur zu schreiben.

Die Studenten einer unit werden oftmals in Gruppen von bis zu 6 eingeteilt, die dann gemeinsam die Aufgaben abzugeben haben und eine gemeinsame Note erhalten. Dies kann zu Kommunikationsproblemen fuehren, bereichert das interkulturelle Verstaendnis jedoch enorm. So setzte sich eine meiner Arbeitsgruppen aus einem Chinesen, einer Chinesin, einem Franzosen, einem Norweger, einer Schwedin und mir zusammen.

Bibliothek

Die Bibliothek an der Macquarie University ist gut sortiert, kann jedoch nicht wirklich der Note sehr gut ausgezeichnet werden. Standardwerke sind vorhanden, auch wenn nur in geringer Anzahl. Der Grossteil der Buecher ist jedoch veraltet.

Positiv ist hier anzumerken, dass die Bibliothek relativ viele Zeitschriften abonniert hat, die elektronisch abrufbar sind und auch Zugang zu grossen Datenbanken vorhanden ist.

Genauere Informationen ueber die Universitaetsbibliothek sind http://www.lib.mq.edu.au/ erhaeltlich.

Generelle Ausstattung

Klassenraeume und Vorlesungssaele sind entsprechend dem deutschen Standard ausgestattet.

Es existieren spezielle Computerraeume zu denen nur Postgraduate Students zutritt haben. Jedoch sind relativ zur Anzahl der Studenten nicht genug Computer vorhanden.


Allgemeine Lebensverhaeltnisse

Kosten

Die Lebenshaltungskosten in Sydney (Wohn- und Ernaerungskosten) entsprechen denen von Hamburg, d.h. denen einer deutschen Grossstadt. Der in Deutschland gewohnte Lebensstil und -standard kann somit ohne weiteres in Sydney fortgesetzt werden.

Wohnen und Student Accommodation

Die Haeuser in Sydney sind im Allgemeinen aus Holz gebaut und nicht mit Heizungen ausgestattet. Daher kann es in den Wintermonaten nachts sehr kalt werden.

Durch die Macquarie University wird On-Campus und Off-Campus Accommodation (http://www.international.mq.edu.au/lifemq/accommodation/) angeboten. Alle Zimmer und Wohnungen befinden sich in der Gegend von North Ryde, d.h. im Umkreis von 5 Minuten Fussweg zur Universitaet und einer Busfahrt von ca. 45 – 60 Minuten in die Innenstadt.

Ich habe waehrend meines ersten Semesters in den Parklands, einer Off-Campus Accommodation gewohnt und kann von den Wohnungen generell abraten, da sie allesamt ueberteuert sind. Es ist empfehlenswert auf eigene Faust eine Shared Accommodation zu suchen oder sich mit anderen Studenten zusammenzuschliessen und gemeinsam ein Haus zu mieten.

Nuetzliche Internetlinks bei der Wohnungssuche sind:
http://www.flatmates.com.au (Eine Art virtueller Wohnungsmarktplatz)
http://www.domain.com.au (Magazin des Sydney Morning Herald)
http://www.whereis.com.au (Online Stadtplan)

Sport

Der Universitaet ist eine Sport Association angeschlossen, die Macquarie University Sports Association (http://www.musa.mq.edu.au/). Diese organisiert Kurse, gemeinsame Aktivitaeten und Ausfluege und ermoeglicht einem die Kontaktaufnahme zu diversen Sportclubs und societies. Zudem befindet sich auf dem Universitaetsgelaende driving range zur Verbesserung des Abschlages beim Golfen, eine Gym, mehrere Tennisplaetze, ein Park mit See zum Joggen, usw.

Insgesamt ist das Leben in Sydney aufgrund des angenehmen Wetters, der grossartigen Stadt und der freundlichen Menschen sehr angenehm und ein Einleben faellt nicht schwer.

Konkrete Hinweise und Ratschlaege

Planung

Die Planung des Auslandsaufenthaltes sollte ca. 12 Monate vor Abreise aufgenommen werden und fuer den Fall eines Studienbeginns im Juli sogar noch frueher, da die Frist fuer die Bewerbung um Semesterstipendien beim DAAD bereits im letzten Quartal des vorausgehenden Jahres auslaeuft.

Meine Planung wurde durch die aeusserst kompetente Hilfe des Instituts Ranke-Heinemann sehr vereinfacht. Auf den Internetseiten des Instituts finden sich sehr hilfreiche Hinweise und alle notwendigen Informationen zur Planung und Durchfuehrung des Auslandsaufenthaltes. Zudem wird man in jeder Stufe des Bewerbungsverfahrens freundlich und kompetent unterstuetzt.

Stipendien

Neben dem Vollstipendium und dem Semesterstipendium des DAAD existieren meiner Kenntnis nach noch das Ranke-Heinemann Vollstipendium, das Ranke-Heinemann Teilstipendium, das Australia-Europe Scholarship, sowie ein Flugstipendium des Deutsch Australischen Netzwerk e.V. in Kooperation mit Quantas.

Internet:
http://www.ranke-heinemann.de/australien/stipendium.php
http://www.dean-online.de

Tauchen

Waehrend des ersten Semesters meines Master-Studiums habe ich einen Tauchschein beim Tauch Centre Bondi gemacht. Dies kann ich nur weiterempfehlen, da man so den Hafen von Sydney nicht nur „oberflaechlich“ kennenlernt.

Es gibt einmalige dive spots in Australien wie das Great Barrier Reef und eine Vielzahl an versunkenen Schiffen. Zudem hat man in Australien die Gelegenheit gemeinsam mit Haien und Gift-Quallen die Unterwasserwelt auf friedliche Art und Weise zu teilen.

Internet:
http://www.divesydney.com.au

Kultur

Sydney ist aufgrund seiner grossen Entfernung zu Europa und der Amerikanischen Ostkueste ein wenig vom Hauptstrom der Kultur und des Entertainments abgeschlossen. Trotz des Ranges einer Weltstadt finden sich nicht all zu viele Kuenstler von Weltrang in Sydney ein. So kann es manchmal durchaus enttaueschend sein, wenn man einen Blick auf die geplanten Konzerte, Ausstellungen und Theatervorfuehrungen wirft. Dies soll nicht heissen, dass in Sydney keine ordentliche Kultur geboten ist, sondern eher bedeuten, dass Sydney London, Paris und New York kulturell ein wenig nachsteht.

Auch die Museen in Sydney sind nicht beruehmt fuer die Reichhaltigkeit an Kunstwerken die es bis nach Australien geschafft haben. Empfehlenswert sind das Museum of Contemporary Art in Darling Harbour, das Powerhouse Museum, sowie das Museum of Sydney.

Die Hauptkultur der Australier ist Sport, d.h. Rugby und Cricket. Wer in Sydney studiert sollte zumindest ein Spiel miterleben.

Internet:
http://www.mca.com.au/ (Musem of Contemporary Art)
http://www.phm.gov.au/ (Power House Museum)
http://www.halftix.com.au/ (Online Ticket Shop)
http://premier.ticketek.com.au/Ticketek/default.asp (Online Ticket Shop)
http://www.statetheatre.com.au/ (Veranstaltungsort fuer Konzerte)
http://www.jazzhead.com/artists.html (Australische Jazz Kuenstler)
http://www.basement.com.au/ (Jazz Club)

Bars und Clubs

Es gibt unzahelige Bars und Clubs in Sydney. Meine favourisierten Viertel zum Weggehen sind Surrey Hills, Darlinghurst, Kings Cross und Darling Harbour.

Romantische Plaetze

Romantikern ist Sydney nur zu empfehlen. Der Hafen, die Wasserstrassen, die Straende, die Palmen und besonders die Australischen Sonnenuntergaenge schaffen eine einmalige Atmosphaehre.

Ich empfehle besonders die Faehre nach Watsons Bay und ein wenig seafood im Doyles bei Sonnenuntergang, einen Ausflug nach Manly Beach oder ein Picknick im Centennial Park. Das Doyles ist eines der bekanntesten Fischrestaurants in Sydney und meiner Meinung nach ueberteuert und nicht von ueberragender Qualitaet. Einmal sollte man es sich jedoch goennen in Watsons Bay direkt am Strand im Doyles zu essen und den grandiosen Blick auf Sydney zu geniessen.

Internet:
http://www.doyles.com.au (No. 1 Fisch – Restaurant in Sydney)
http://www.sydneybuses.nsw.gov.au/ (Bus-, Bahn- und Faehr- Fahrplaene)

Fuer spezielle Fragen stehe ich gerne unter: nikozacher@web.de zur Verfuegung.


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Erfahrungsbericht - Christian Wastlhuber



Ein Semester an der Macquarie Univerity Sydney - Ein Traum

Ich verbrachte das erste Semester 2004 als Study Abroad Postgraduate Student an der Macquarie University. Obwohl mein Fach reichlich exotisch anmutet, findet man auch als Ägyptologe (!) ein seht gutes Kursangebot in Australien.
Mein Wahl fiel primär auf Macquarie, weil ich schon einmal in Sydney war und dort Freunde habe. Der zweite Grund lag am hervorragendem Lehrpersonal, das internationales Renommee besitzt.
Schwierigkeiten für ein Auslandssemester können eigentlich nur die sehr hohen Semestergebühren bereiten, da die Bewerbung über dieses Institut völlig reibungslos funktioniert.
Falls man sich die Gebühren nicht leisten kann, empfiehlt es sich ein Stipendium zu beantragen. Ich selbst hatte ein Teilstipendium für ein Auslandssemester beim DAAD, der allerdings sehr hohe Auswahlkriterien hat. Mit den nötigen Leistungen und großer Ausdauer im Bewerberbungsverfahren steht der Auslandserfahrung letzten Endes aber nichts mehr im Weg. Der DAAD übernimmt dann einen Großteil der Semestergebühren (ich brauchte "nur" ca. €1000 der insgesamt €4500 aus eigener Tasche bezahlen), zahlt eine Pauschale von €1000 für den Flug (reicht meistens völlig aus) und zahlt ca. €300 pro Monat für die Zeit des Aufenthalts.

Bevor man sich auf den Weg nach Sydney macht ist es von Vorteil sich schon einmal auf dem Wohnungsmarkt umzusehen, falls man nicht auf dem Campus wohnen will. Hier ist www.flatmates.com.au zu empfehlen. Diese Seite listet Wohnungen auf, bei denen man zur Untermiete wohnen kann, meistens mit Bildern des entsprechenden Zimmers. Man kann Kontakt mit dem Vermieter/den Vermietern aufnehmen, was sich meistens als sehr einfach gestaltet. Mit Aus$150 bis 200 Miete pro Woche muß man jedoch rechnen, da Sydney allgemein nicht gerade billig bei den Mieten ist. Direkt zu Semesterbeginn ist fast unmöglich eine Wohnung/ein Zimmer zu bekommen, da in dieser Zeit (fast) alle Studenten in Sydney auf Wohnungssuche sind. Falls man die Möglichkeit hat, ist es empfehlenswert in eine Studenten-WG zu ziehen, da man so gleich Kontakt zu den sehr geselligen und freundlichen Aussies bekommt.
Als Wohnlage kann ich Crows Nest und North Sydney empfehlen, da man von dort sehr schnell Downtown und an der Uni ist.

Das Studium an sich ist um einiges mehr verschult als in Deutschland, die Anforderungen sind dementsprechend hoch. Pro Kurs musste ich mindestens eine große Arbeit schreiben und zwei Referate halten. Bei einem Kurs hatte ich zusätzlich noch eine Abschlußklausur.
Mit dem passenden Einsatz und Lerneifer ist jedoch alles zu schaffen. Letzteres ist auch ratsam, da einem das Visum annuliert werden kann, falls man das Kursziel nicht erreicht, man also "durchfällt".

Auch mit Stipendium ist es meist unumgänglich nebenbei zu jobben (ich jedenfalls musste). Dafür benötigt man ein weiteres Visum, daß extra beantragt und bezahlt werden muß. Die nötigen Infos erhält man SA Office auf dem Campus. Die Jobsuche gestaltet sich einigermaße schwierig, wenn man nicht in einem Café arbeiten will. In diesem Fall sollte man sich bei möglichst vielen Zeitarbeitsfirmen registrieren. Ich kann MANPOWER empfehlen. Die zu zahlenden Steuern erhält man zurück.

Neben dem Studium sollte man jedoch auch Australian bereisen. Die Entfernungen sind jedoch nicht zu unterschätzen: was auf der Karte wie ein Katzensprung aussieht, kann sich als eine Reise von einfach mehr als 1000km entpuppen. Wenn man keine Angst vor Linksverkehr hat, kann man sich ohne Probleme ein Auto mieten und auf eigene Faust das Land erkunden. Von Fahrten in das echte Outback sei jedoch abgeraten, da man als Europäer meist keinerlei Wüstenerfahrung mit sich bringt.
Empfehlenswert sind außerdem die Blue Mountains und das gesamte Umland von Sydney.

Alles in allem ist Sydney auf alle Fälle eine Reise wert und man wird, wenn man wieder daheim ist, immer wieder dorthin zurückkehren wollen.


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Erfahrungsbericht - Bernhard Doll



Studium in Sydney (AUS):
Einige Gedanken und Eindrücke...

Sydney, 16. Januar 2004

Eigentlich habe ich mir gegen Mitte meines Aufenthalts als Student an der Macquarie University in Sydney vorgenommen, keinen Erfahrungsbericht oder Ähnliches zu schreiben. Habe ich doch zu sehr erleben müssen, wie die Schilderungen anderer Mitstreiter oft sehr deutlich von der eigenen subjektiven Wahrnehmung abweichen und einen manchmal sogar irreführen können. Und wie es immer so kommt, kann ich es mir dennoch nicht nehmen lassen, nun einige Gedanken zu meinen gesammelten Erfahrungen zu Papier zu bringen. Dabei will ich mich aber eher auf allgemeine Beobachtungen konzentrieren als vielmehr Probleme des Alltags, etwa welcher Stadtteil von Sydney wohl die beste Lebensqualität bietet, wo die besten Clubs und Bars zu finden sind oder wie schwer die Uni nun wirklich ist. Ich glaube, dass diese Themen in den bereits zahlreich verfügbaren Erfahrungsberichten im Internet zu Genüge diskutiert wurden und zudem doch am besten aufgrund der bereits erwähnten Gefahr einer subjektiv verzerrten Wahrnehmung von jedermann selbst erlebt und bewertet werden sollten. Ich will im Folgenden nur kurz einige Eindrücke vermitteln, die vor allem zentrale Unterschiede zwischen deutschen und australischen Universitäten aufzeigen und einen Einblick in das Leben mit Studenten unterschiedlicher kultureller Herkunft geben sollen.

Die Uni

Der erster Eindruck von meiner Uni hier in Sydney war überwältigend: Wurden wir doch in den ersten Tagen nach unserer Ankunft vorbildlich betreut und fast mütterlich umsorgt. Angefangen von einem Flughafen Shuttle Service, der uns auch morgens um sechs mit fröhlicher Miene vom Flughafen in eine temporäre Unterkunft in Uni-Nähe gebracht hat, bis hin zu zahlreichen Informationsveranstaltungen mit Lunch-Paket und Rundum-Voll-Versorgung blieb hier wohl keine Sorge und kein Problem unbehandelt. Das hat den Start in das Uni-Leben schon deutlich erleichtert. Wenn ich das mit dem Service vergleiche, den meine ausländischen Kommilitonen in Deutschland genießen, dann kann hier meine Heimat-Uni noch einiges lernen. Aber, so werden jetzt einige aufschreien, hat man ja auch ein kleines Vermögen in Studiengebühren angelegt, was in Folge gleich automatisch eine gewisse Erwartungshaltung aufbauen lässt. Anscheinend soll man hier nicht nur Student sondern auch Kunde sein! Es ist aber andererseits schon erstaunlich, was manche deutsche Uni mit einem vergleichsweise geringen Budget auf die Beine stellt. Wie wird es dann erst, wenn in Deutschland einmal Studiengebühren eingeführt sind?! Ich hoffe, dass ich dies noch erleben darf.

Warum so kompliziert?

Es ist schwer, über die Qualität der Kurse ein allgemeingültiges Urteil zu finden. Meine Wahrnehmung ist allerdings, dass die Lehrmethoden deutlich verschulter aber durchdachter sind als an meiner Heimat- Uni. Schlägt man beispielsweise ein hiesiges Lehrbuch, für sagen wir BWL, auf, überrascht einen gleich auf den ersten Blick die bunte Farben- und Bilderwelt, mit der komplexe Sachverhalte dem Studenten näher gebracht werden sollen. Solch farbenprächtige Illustrationen hab ich an deutschen Bildungsanstalten zum letzten Mal in der 10. Klasse Gymnasium gesehen. Aus meiner Sicht ist diese Methodik aber nicht von Nachteil. Warum muss man gerade in den ersten Semestern die Studenten gleich mit hochakademischen Texten verwirren, die man so richtig (wenn überhaupt) erst kurz vor Abgabe der eigenen Diplomarbeit versteht? Das Argument, dass man dafür an deutschen Unis zur Selbstständigkeit erzogen wird, klingt für mich nicht eingängig. Ich würde es eher als unnötige Verkomplizierung bezeichnen. Was die Dozenten betrifft, dürfte meine Erfahrung nicht ausreichen, um ein Urteil fällen zu können. In diesem Punkt wurde ich auch sehr von der TU München verwöhnt, wo sich teilweise erstklassige Professoren um uns gekümmert haben. Das Studium auf Englisch war eigentlich für keinen deutschen Austauschstudenten in meinem Umfeld ein großes Problem. In meinen Kursen waren es sogar immer Deutsche, die die besten Noten eingesammelt haben. Man findet sich sehr schnell ein und kann gerade durch Vorlesungen und die Lektüre von Kursmaterial seinen Wortschatz enorm erweitern. Und irgendwann ist es keine Qual mehr, sich auf Englisch zu unterhalten, sondern es macht richtig Spaß!

Deutsch-deutsche Begegnungen

Die deutschen Austauschstudenten waren auch an meiner Uni die größte Gruppe aller "study abroad" Studenten. Und das, obwohl wir dazu doch glatt eine halbe Weltreise auf uns nehmen müssen. Wir sind eben ein sehr reiselustiges Volk, was man auch schon alleine an der Anzahl deutscher Touristen sieht, die hier massenweise durch das Land rollen. Selbst in den entlegendsten Winkeln des Outbacks traf ich immer wieder auf deutsche Reisende (und ich war auch einer davon). Komisch dabei ist aber, dass sich viele Deutsche im Urlaub anscheinend nicht gerne treffen. Ich konnte einige Male beobachten, sowohl in der Uni als auch auf Reisen durch das Land, wie unangenehm es manchen Deutschen war, auf ihre Landsleute zu stoßen. Warum eigentlich? Mögen wir uns etwa selber nicht oder ist es der Neid, dass man dem anderen nicht auch so eine tolle Reise gönnt? Beide Erklärungsversuche klingen nicht sonderlich verlockend. Es sei aber uns deutschen Urlaubern versichert: Man ist und war nicht der einzige Deutsche, der seinen lieben Daheimgebliebenen im kalten Deutschland die vielleicht begehrteste Touristen-Jagdtrophäe aus Sydney, ich meine ein Bild aufgenommen von der Manly Fähre mit Oper+Brücke+Skyline, stolz präsentieren kann. Daran sollte man sich einfach gewöhnen und vielleicht klappt es auch dann etwas besser mit deutsch-deutschen Begegnungen am anderen Ende der Welt.

Die Asiaten kommen!

Sehr interessant zu beobachten war, wie und mit welchem Eifer zahlreiche Studenten aus asiatischen Herkunftsländern hier studieren. Egal zu welcher Zeit man die Bibliothek auf dem Unigelände betrat, sie war immer (und nahezu 100%) von Chinesen, Taiwanern, Japanern, Thailändern, usw. belagert, die eifrig irgendwelche Arbeiten schrieben, in Büchern recherchierten oder einfach vor Erschöpfung auf den harten Holztischen eingeschlafen sind. Da kam man sich als Europäer schon fast verloren vor. Laut Aussage eines Chinesen ist dieser Übereifer damit zu begründen, dass viele asiatische Studenten anfangs sehr große Probleme haben, das westliche Gedankenmodell (?!) zu verstehen. Damit meinte er nicht nur die Sprach- und Kulturunterschiede, sondern auch die Art und Weise, wie wir Inhalte strukturieren, bewerten und daraus logische Schlüsse ziehen. Sich in diese Gedankenwelt einzuarbeiten, scheint eine gewisse Zeit in Anspruch zu nehmen und ist für viele asiatischen Studenten nur mit einem enormen Einsatz zu schaffen. In diesem Zusammenhang kommen einem die australischen Hochschulen, die traditionell von einem übermäßig hohen Anteil an Asiaten besucht werden, als Massenanstalten vor, um asiatische Studenten auf ein westliches Denk-, Normen- und Wertesystem auszurichten. Im Sinne einer zunehmenden Globalisierung aus westlicher Perspektive ein kluger Schritt. Die Frage ist nur, wie viele Studenten aus westlichen Ländern mittlerweile eben so fleißig in Bibliotheken chinesischer oder japanischer Hochschulen sitzen, um deren Ansätze zu verstehen und einen kulturellen Austausch in beide Richtungen zu ermöglichen. Mein Gefühl sagt, dass der Westen hier noch deutlich aufzuholen hat.

Multikulturelle Gesellschaft (oder so ähnlich)

Diese Unterschiede sind es auch, was das Zusammenleben zwischen Europäern und Asiaten von Zeit zu Zeit zu einer enormen Herausforderung werden lässt: Man kann sehr gut erleben, wie wenig Austausch zwischen europäischen und asiatischen Studenten betrieben wird. Und dabei meine ich nicht asiatische Studenten, die in Australien aufgewachsen sind oder schon seit mehreren Jahren hier leben. Ich meine Studenten, die gerade frisch aus Asien nach Australien gereist sind, um zum Beispiel genauso wie ich ein bis zwei Semester an einer australischen Uni zu verbringen. Ich kann mich beispielsweise an keine einzige private Studentenparty erinnern, auf der neben europäischen/amerikanischen auch eine erwähnenswerte Zahl asiatischer Studenten gewesen wäre. Und ich bin mir fast sicher, dass diese These auch in der anderen Richtung für asiatische Studentenpartys funktioniert. So schafft sich jede kulturelle Gruppe sowohl in der Uni als auch im Alltagsleben ihre eigenen sozialen Räume, in der die Muttersprache und die von zu Hause gewohnte Kultur gepflegt werden kann. In diesem Punkt unterscheiden sich die westlichen Studenten in keiner Weise von ihren asiatischen Kollegen. Dieses Phänomen konnte man sogar bei Studenten verschiedener westlicher Kulturen beobachten, wo sich Studenten sehr rasch nach Herkunftsländern sortiert und gruppiert haben. Man lebt also eher friedlich nebeneinander in klar abgegrenzten "Kulturinseln" (mit relativ wenig Berührungspunkten zueinander), anstatt miteinander neue kulturelle Formen zu entwickeln, die dann Menschen unterschiedlicher nationaler Herkunft teilen können.

Es dürfte unserer Generation noch einige Anstrengungen kosten, den Dialog mit fremden Kulturen zu intensivieren und auf eine breitere gesellschaftliche Basis zu stellen. Es bedarf dabei einiges an Einfühlvermögen und Geduld, eine funktionierende Kommunikationsbasis über kulturelle Grenzen hinweg aufzubauen. Auf der anderen Seite bin ich des Öfteren mit sehr interessanten Menschen vornehmlich aus China und Taiwan in Verbindung gekommen und habe dabei sehr interessante Gespräche geführt. Ich erinnere mich beispielsweise an ein sehr langes Gespräch mit einem Bachelor-Studenten aus Taiwan, in dem wir so scheinbar alle aktuellen Themen der Weltpolitik streiften. Wir waren bei sehr vielen Themen überraschenderweise einer Meinung. Nur als er die These in den Raum warf, dass die bilateralen Beziehungen zwischen China und Taiwan durch deutliche Parallelen zu denen zwischen Ost- und Westdeutschland vor 1989 gekennzeichnet sind, konnte ich leider nichts mehr Gewinnbringendes in die Diskussion einbringen. Das war mir zu hoch!

Master = Master?

Ich hatte die Ehre, einige Kurse mit Studenten zu teilen, die hier einen regulären Master-Abschluss auf dem Gebiet "International Relations" (u.a.) anstreben. Die verblüffende Erkenntnis dabei war, dass man in Australien (und wohl auch anderen angelsächsischen Ländern) ohne weiteres einen Master-Titel (of coursework) in nur zwei Semestern ohne abschließende Masterarbeit erwerben kann. Pro Semester muss ein Student dafür vier Kurse (= benotete Scheine) absolvieren. Ich konnte dabei keinen deutlich differierenden Arbeitsaufwand pro Kurs im Vergleich zu meiner Heimat-Uni feststellen. Für meinen Masterabschluss in München musste ich damit mehr als das Doppelte an Arbeitspensum über mich ergehen lassen. Fairerweise sollte aber nicht unerwähnt bleiben, dass in Australien neben den sog. Master of coursework auch noch Master of research Kurse angeboten werden, die sich in der Regel über drei bis vier Semester erstrecken und die Erstellung einer Master thesis beinhalten. Diese Kurse qualifizieren den Absolventen aber eher zu Forschungstätigkeiten als das sie auf eine zukünftige Karriere in der modernen Arbeitswelt vorbereiten. Es ist also leicht zu erkennen, wie unterschiedlich einzelne Master-Programme in verschiedenen Ländern zu bewerten sind. Ähnliches gilt übrigens auch für undergraduate Kurse. Der Ruf nach einem weltweit funktionierenden Bewertungs- und Normierungssystem für akademische Abschlüsse kommt daher nicht von ungefähr. Die Diskussion hingegen, ob eine deutsche Fachhochschule qualitativ hochwertige Master- Abschlüsse nach weltweitem Maßstab anbieten kann, erscheint für mich in diesem Zusammenhang als völlig unverständlich (im Vergleich: die Macquarie University liegt im australischen Ranking im oberen Drittel und ihr MBA misst sich laut Financial Times mit INSEAD und Oxford).

Fazit

Abschließend will ich nicht unerwähnt lassen, welch unschätzbare Erfahrung ein längerer Auslandsaufenthalt ist. Es ist dieser Sprung ins Ungewisse wobei man so viele Eindrücke und persönliche Erfahrungen sammeln kann. Die Tatsache, dass man trotz Telefon und Internet eine gewisse Zeit auf sich alleine gestellt ist und sich in einer fremden Kultur seinen Lebensunterhalt organisieren muss, dürfte jedem helfen, die eigene Selbstständigkeit zu finden und Problemlösekompetenz aufzubauen. Es ist dieser Lernprozess und nicht so sehr das Wissen, was man an einer ausländischen Uni vermittelt bekommt, das den persönlichen Mehrwert einer solchen Reise ausmacht. Man lernt neue Denk- und Sichtweisen kennen und hat die Zeit, sein eigenes Leben zu reflektieren und einmal aus einer anderen Perspektive zu beleuchten. Die sich daraus ergebenden Erkenntnisse sind ein wertvoller Helfer, seine eigene Persönlichkeit im privaten wie beruflichen Sinne weiter zu entwickeln. Der vielleicht beste Weg einen solchen Auslandsaufenthalt zu planen ist, einfach nicht viel zu planen und vor allem nicht zu viele derartige Erfahrungsberichte zu lesen. Wie zu Beginn schon erwähnt, droht hier die Gefahr einer subjektiven Vernebelung. Sind aber alle Formalien mit Einreisebehörden, Uni und Krankenkasse organisiert, ist man schon sehr gut präpariert und das Abenteuer kann beginnen.

Bon Voyage.


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Erfahrungsbericht - Tim Schäfer



Meine ersten Tage in Sydney

Warum der Weg nach „Down Under“ über „Drunter und Drüber“ führt!


Intro

Dieser Bericht beschreibt die ersten zwei Wochen meines Study-Abroad-Programs, meine letzten Tage in Berlin, die Ankunft in Sydney und soll die ersten Impressionen in Australien und der Macquarie University schildern. Vielleicht sind auch ein paar nützliche Tipps enthalten, die Euch helfen entweder selbst die ersten Schritte in einem fremden Land zu beschreiten, oder ein wenig die Angst vor solch einem „Abenteuer“ zu nehmen.

„Das Glas ist immer halb voll!“

Ich mag selbst keine Anglizismen, verwende aber trotzdem einige, um den Alltag in einem „english speaking country“ greifbarer zu beschreiben.


The Great Escape

Ich stehe auf, wie immer, gehe an den Frühstückstisch, wie immer, doch dann plötzlich auf dem Weg zum Rooftop des Hotels werde ich von Fremden mit „How are you doin´“ angesprochen und mir erschließt sich auf dem Sonnendeck ein wahnsinniger Blick auf eine beeindruckende Skyline, die durch eine architektonisch einmalige Oper ergänzt wird. Dann überkommt es mich und ich merke: “Du hast es geschafft, Du bist in Sydney!“ Dies empfand ich gerade in den ersten Tagen, an denen man dies alles noch nicht so richtig begreifen und fassen kann. Boris Becker hat seine Wimbeltonsiege auch erst ein paar Tage später begriffen. Mein Study Abroad Programm hat zwar nichts mit Tennis zu tun, obwohl auf dem Campus ein Court ist, letztendlich aber doch mit einem runden Ball - der Erde, denn Sydney liegt am anderen Ende und dort muss man ersteinmal hinkommen.
Review: Meine Reise beginnt in Berlin. Die letzten Paragraphen für Unternehmens-besteuerung gelernt und bei der Vorbereitung auf Konjunktur - und Beschäftigung tunlichst versucht Kausalzusammenhänge bei der Interpretation der keynesianischen Theorien zu vermeiden und schon war es soweit: Die letzte Klausur am 18.Juli 2003. Der Tag an dem auch psychisch für mich alles konkret wurde, denn organisatorisch war zu diesem Zeitpunkt schon längst alles perfekt. Ich hatte bis zur letzten Klausur wenig Zeit über mein Projekt nachzudenken, oder hatte es erfolgreich verdrängt. Die Vorstellung in absehbarer Zeit am anderen Ende der Welt zu sein ist reizvoll, kann aber auch einen anderen Beigeschmack haben.
Als ich meine letzte Klausur abgab hatte ich das Gefühl mein Ticket am Check-in-Schalter von Quantas abzugeben, aber es war immerhin noch Herr Burchardt. Mir viel ein Stein vom Herzen, ich hatte also noch Zeit mich von meiner Familie und meinen Freunden zu verabschieden!
Die Abschiedsfete im Golgatha war wirklich gelungen und auch das hochsommerliche Wetter trug nicht gerade dazu bei mir den Abschied von Berlin zu erleichtern. Dennoch, nachdem ich meine Wohnung an meinen neuen Nachmieter übergeben hatte und mich von meinem „Freundnachbarn“ verabschiedet hatte setzte sich der Sydney-Express zur ersten Station in Gang: Kassel.
Meine Eltern brachten mich am darauffolgenden Mittwoch, den 23.07.2003 zum Frankfurter Rhein Main-Flughafen. Nach feuchter Verabschiedung und zweimaligem einchecken (zu viel Gepäck!) war ich plötzlich allein und mir wurde nach prüfenden Griff bewusst, dass ich keinen Schlüssel mehr hatte. Nun konnte das Abenteuer also beginnen und nach all den unangenehmen „Tschö-tschüß-werd-Euch-vermissen´s“, stellte sich bei mir ein erwartungsfrohes Fernweh ein! Ich konnte es kaum noch abwarten und musste im gleichen Moment ernüchternd feststellen, dass ich noch ein 20-stündiges Tennismatch ohne Seitenwechsel vor mir hatte.
Dann der Flug, der ein schier unendlich dauerndes Sicherheitscheckprogramm als Vorspiel hatte. Als ich das Känguru im Quantasemblem erkannte und ich über die Fluggastbrücke das erste freundliche „How are you doin´, nice to have you on our flight“ entgegen nahm, wusste ich: Es gab kein zurück mehr und das war auch gut so! So sagte ich mit einem letzten mentalen „Berliner Zitat“ im Hinterkopf Auf Wiedersehen Deutschland!
Nun begann das Spiel gegen die Zeit (23.55 Uhr). In 20 Stunden 20.000 km der Nacht und somit 9 Stunden Zeitverschiebung entgegen. Nach den ersten 5 Stunden wusste ich definitiv, warum ich mein Studium unbedingt konsequent durchziehen sollte. Ganz einfach. Damit ich mir später einen Platz in der ersten Klasse leisten kann, denn das Platzangebot für einen durchschnittlich gewachsenen Mitteleuropäer ist eher spärlich bemessen. Ich fühlte mich wie in einem Holzfass der Spree hinunter treibend. Nachdem ich mich mit meinen Nachbarn angefreundet und das erste Video gesehen hatte kam ich mit den widrigen Bedingungen klar und lernte den Kaffee nur dann zu trinken, wenn keine Turbolenzen angezeigt wurden.
Ich war verwundert als der Flieger plötzlich zum Landeanflug auf Singapur ansetzte, denn letztendlich gingen die ersten 12 Flugstunden relativ schnell um. Eine Stunde Aufenthalt mit Duty Free und chillen auf dem Airport-Sonnendeck und schon ging es weiter Richtung Down Under.
Headset auf und in Tetris eingeloggt, meine Nachbarin hatte keine Chance, ich war der Tetrischampion (Sorry Monique). Im Morgengrauen setzte der Captain zum Landeanflug an und ich konnte die ersten Konturen der Sydneyküste erkennen. Wahnsinnig viele Lichter, die der Küste im Dunkeln eine beeindruckende Silhouette gaben.
Klatschen setzte ein, ich war überglücklich und von oben bis unten mit Kaffeeflecken geprägt zu gleich (Tipp: Kein weißes Hemd auf einem Interkontinentalflug!). Die Sicherheitschecks in Sydney überwunden und mein Visum stolz in die Augen müder Grenzbeamter gehalten, dann konnte ich endlich durch die Sicherheitsschleusen auf die andere Seite.

Let´s go

6.30 am (does not mean: am morgen, but it is easy to learn, indeed) war ich mit Stefan Kutschereuter vor dem Airport McDonalds verabredet und froh als ich ihn endlich sah. Wir teilten uns ein Taxi zum gebuchten Hotel, wo Silke schon auf uns wartete.
Mit einem lustig gelaunten Taxifahrer, der gespannt den neusten Rugbyergebnissen lauschte, fuhren wir durch die morgendliche Rushhour. Das Bernley´s Private Hotel schien dem Taxifahrer schon ein Begriff zu sein.
Kings Cross, mein neuer Stadtteil, zumindestens für eine Woche. Der erste Eindruck lag auf der Hand: Rotlichtmileau, aber nicht zu verrucht. Lediglich die Hauptstraße ist von eher zwiespältigen Subjekten bevölkert. Das Hotel in der Springfield Avenue ist aber sauber, nett und hat einen super „Added Value“: Das Rooftop!
Mit Stefan fuhr ich den klapprigen Fahrstuhl in die oberste Etage, begrüßte Silke und konnte zum ersten Mal den tollen Blick über die Stadt genießen, der am südlichen Ende am Wahrzeichen Sydneys verweilen blieb - Der Sydney Opera (im Hintergrund die Harbour Bridge). Auf einmal waren die stressigen Berliner Klausuren und die lange Reise vergessen! Um dem Jetlag entgegen zu wirken, entschloss ich mich nicht zu schlafen (man sollte ganz normal ins Bett gehen) und mit Silke und Stefan zum Kennlern-Uni-BBQ unter der Harbour Bridge zu gehen. Die ersten Schritte durch die neue Stadt fielen leicht, die entspannt wirkenden Leute trugen ihr Bestes dazu bei. Sorry, anstatt „Pass doch auf wo Du hinläufst“ and stuff like that! Lediglich die Temperaturen der ersten Tage waren gewöhnungsbedürftig, schließlich befanden wir uns im australischen Winter.
Kurzbeschreibung australian winter: Sonnig, blauer Himmel, dunkel ab 6.00 pm, tagsüber um die 10-20°C, abends kühlt es merklich ab.
An der Harbour Bridge lernte ich die ersten Uni-officials kennen und musste feststellen, dass auf großes „Handegedrücke“ keinen Wert gelegt wird. Dementsprechend läppisch ist auch ein erwiderter australischer Händedruck.
Die ersten Eindrücke der Stadt waren für mich durch folgende Attribute gekennzeichnet:

My first impressions in Brainstormingform:
ð sauber
ð freundlich
ð modern
ð dazwischen nette Altbauviertel
ð ein bisschen überreguliert
ð raucherunfreundlich (ist aber kein Nachteil, gewöhnt man sich schnell dran)
ð multikulturell (vor allem Asiaten sind häufig vertreten)
ð Sehr britisch im Baustil (Viktorianisch)
ð diszipliniert aber nicht bieder
ð zuvorkommend
ð ... soll für den Anfang reichen!

Als ich abends nach der ersten Tour ins Hotel zurück kam, war ich bombardiert mit den unterschiedlichsten Erlebnissen, die ich ersteinmal bei einem Fosters (1 l Flasche) auf dem Sonnendeck sortieren musste. Da es mittlerweile dunkel war, sah ich zum ersten Mal die faszinierende Skyline bei Nacht - just amazing!
Mein erster Morgen in Sydney: Wir drei Berliner frühstückten zusammen und als wären wir schon Ewigkeiten in Sydney durchstöberten wir die Wohnungsannoncen, denn wir wollten nicht wie andere aus Österreich stammende Kommilitonen das Bernley´s zu unserem Sweet Home machen. Also musste so schnell wie möglich eine neue WG-taugliche Wohnung gefunden werden. Der positive Nebeneffekt einer solchen Suche in den ersten Tagen ist eine gratis Sightseeing Tour; die Stadt lernt man so einfach am besten kennen. Schnell wurde uns bewusst, welcher Stadtbezirk in Frage kommt und welcher nicht.
In Newtown, einem jungen, geschäftigen und zugleich optisch ansprechenden Studentenviertel besichtigten wir ein Haus, wo zumindestens ich mir hätte vorstellen können zu wohnen. Einigkeit bestand auf jeden Fall in der Location - Newtown gefiel uns!
Later more information about that special issue!
Mein erster Tag an der Macquarie University; Australia´s innovative University:
Am 28.07.2003, einem heiteren, sonnigen Montag begann das Semester an der Universität und zugleich der eigentliche Grund unserer Australien Expedition. Mit dem National Transport System fuhren wir von der Station Kings-Cross über Redfern, Strathfield nach Epping und von dort mit dem Bus an die Uni. 2.00 pm fand unser erster Kurs (Marketing Research) statt. Aufgeregt waren wir glaube ich „Alle Drei“, aber uns blieb keine Zeit darüber nachzudenken und eh wir uns versahen, saßen wir in einem großen Hörsaal. Nachdem sich ein wenig Ruhe eingestellt hatte, betrat der Professor den Raum, unter dessen Arm man wohl eher ein Surfbrett als einen Stapel von Skripten vermutet hätte, denn mit seinen kurzen Hosen, langen Haaren und sonnigen Tand erinnerte er stark an Hardy Krüger jun.. Jedoch wurde uns ziemlich schnell bewusst, dass auch ein surfendwirkender Professor zum Silencium aufrufen kann: „If you don´t stopp talking, I don´t want you in this room!“, sagte er zu einem verduzt wirkenden Asiaten.
Die erste Vorlesung war lediglich eine Einführung, viel interessanter schien mir der Campus zu sein, denn so etwas hatte ich noch nicht gesehen. Ich legte mich auf das Campus-Green und genoss die Sonnenstrahlen, als ich aufwachte bemerkte ich zahlreiche Papageien um mich herum. Der Campus ist aber nicht nur exotisch, sondern hat diverse Sportangebote zu bieten (Tennis, Golf [...]), kulturelle, sowie soziale und natürlich eine gute wissenschaftliche Infrastruktur ist vorhanden. Die Mensa bietet für alle etwas, mir fiel gleich die Burgertheke auf!
Die Universität ist hervorragend organisiert, was man an Kleinigkeiten oftmals registriert: Ein Photo geschossen, 2 Minuten später hat meine seine ID-Chipkarte und ist somit als Student eingeloggt. Aber auch das International Office arbeitet professionell, man bekommt alle Informationen gut aufbereitet präsentiert und fühlt sich trotz der Menge an Abroad-Studenten nicht als Nummer, sondern gut aufgehoben.
Die Wohnungssuche in Sydney hat sich einfacher herausgestellt als ursprünglich gedacht. Nur mit dem kleinen Unterschied, dass wir nach Häusern gesucht und ein tolles gefunden haben. Haus! Hört sich im ersten Moment dekadent für einen Student an, ist es aber nicht. Die Häuser auf die wir uns konzentrierten, haben die Maße einer auf zwei Etagen verteilten Wohnung. Solche Häuser findet man in Reihenhausanordnung, eng aneinander geschmiegt abseits der großen Avenue´s.
Angeknüpft an die ersten Erlebnisse der Suche per Zeitung, kann ich aus nunmehr eigener Erfahrung berichten, dass eine Wohnung besser über einen Makler zu suchen ist. Diese Agents werden über den Vermieter bezahlt und erstellen täglich ein neues Portfolio an Angeboten. Hat man die Basics (Lage; Kosten etc.) geklärt und einen guten Tag erwischt, dann sind die Chancen gut.
Nachdem der erste Deal gescheitert war und wir den griechischen Agent Mike abgeschüttelt hatten suchten wir in Newtown weiter und wurden fündig. Ein kleines Reihenhaus, zwei Etagen, kleine Küche, Kaminzimmer (die meisten Wohnungen haben keine Heizung, da der Winter kurz und meist warm ist), geräumiges Bad und um das Highlight natürlich nicht zu vergessen - einen Sunbackyard mit Springbrunnen und Palme! Na, wenn das nichts ist, dachten wir uns und zögerten nicht lange das Angebot anzunehmen. Der Agent war uns gut gesonnen und machte keinen Hehl daraus uns gut Chancen zu geben (because ya´ guy´s comin´ from Germany!). So zahlten wir gleich zwei Wochenmieten an, damit er die Wohnung aus dem Programm nahm und verabredeten uns für den nächsten Tag, den 1. August 2003; 10.00 am zum unterschreiben.
Die Modalitäten sehen folgendermaßen aus: Die Mieten in Australien werden im Gegensatz zu Deutschland wöchentlich berechnet, sind vergleichbar addiert man die niedrigen Strom- und Heizkosten. Bei Einigung zahlt man ein, oder zwei Raten an und hinterlässt wie in unserem Fall eine Kaution. Maklergebühren sind allerdings geringfügig auch angefallen (15 AUD$). Der Rest geht schnell und unkompliziert.
Überglücklich und keine Träne dem ersten Angebot hinterher weinend, erwarteten wir die letzte Nacht in Bernly´s Private Hotel. Noch einmal den wahnsinnigen Blick auf dem Rooftop genossen, einen Burger um die Ecke gegessen und auf der „Schmuddelavenue“ (Darlinghurst Rd.) ein Bier getrunken, dann brach die letzte Nacht im Bernley´s an.
Das International Office organisierte ein Welcome Dinner in feiner Atmosphäre und gediegenem Ambiente in Darling Harbour. Ein drei Gänge Menü mit anschließenden Discoevent erwartete uns und erinnerte stark an eine Teenager Party, da die Abroadstudents aufgrund anderer Systeme jünger sind und der Abend auch nur bis 11.00 pm angesetzt war. Spielraum gab es keinen - um 10.55 pm ging die Musik aus! Nicht vergleichbar mit Berliner Welcome Party´s aber okay für uns drei Berliner, da am nächsten Morgen um zehn der „Sesamschlüssel“ wartete.
Wir gaben unsere Schlüssel im Bernley´s ab und bestellten ein Taxi nach Newtown. Als die alte freundliche Bernley´s Inhaberin mit dem kurzen und dem einen langen Zahn uns zum Abschied winkte und Silke fast dem Taxifahrer den Platz streitig gemacht hätte (gewöhnungsbedürftiger Linksverkehr in Aussieland!) war mir klar, dass die ersten 7 improvisierten Tage ein Ende hatten.
Der Taxifahrer gab uns auf Anfrage noch gute Tipps für Secondhand-Furniturestuff und beschrieb uns den Weg nach Schweden, means Ikea, dann standen wir endlich vor unserem neuen Haus.
Der Gedanke von „Null“ anzufangen ist sicherlich im ersten Moment nicht einfach. Gedanken, wie: Treffe ich nette Leute; werde ich mit den Studienbedingungen klarkommen; kann ich wenigstens annähernd meinen Status Quo halten, um nur einige der quälenden Fragen zu nennen, stellen sich natürlich. Letztendlich hat man das Gefühl, von den ersten Impressionen überwältigt, auf einer Welle zu schwimmen. Ist man auf dieser Welle laufen die Dinge, es gibt immer irgendwelche Möglichkeiten. Die Frage der Einrichtung, um nur eine Frage aufzugreifen, ist ein gutes Beispiel hierfür. Natürlich fragten wir uns nachdem wir den ersten Abend in unserer neuen Houseunit verbrachten, wie wir unser Sweet Home einrichten sollten. Günstig! So schrieben wir Handouts und verteilten sie in der King Street. Es dauerte keine zwei Stunden bis eine ältere Dame names Jennifer anrief.
Wir besuchten sie und waren im ersten Moment sprachlos über soviel Gastfreundschaft. Ehrlich gesagt war ihre Wohnung eine Rümpelbude, aber das sollte uns nichts ausmachen. Sie bot uns eine Menge brauchbarer Furniture stuff an und wurde nicht müde uns zu erzählen, dass ihr Sohn in Leipzig arbeitet. Vielleicht aus diesem Grund, oder weil sie sozial eingestellt schien, schenkte sie uns all die nützlichen Dinge! Uns war es fast peinlich ihr Haus mit Staubsauger, Küchengeräten, Topfen, Decken, Kissen, Kleiderständer, Gläsern...zu verlassen und gaben ihr als Geste trotzdem 30 $.
Am gleichen Abend überlegten wir uns die Zimmereinteilung. 3 Räume, 2 upstairs, 1 downstairs, vergleichbar! Um Ungerechtigkeiten zu vermeiden, entschlossen wir uns die Räume auszuspielen. Jetzt hat jeder sein eigens Zimmer und die erste Nacht im eigenen Zimmer, auf der eigenen IKEA-Matratze (hatte ich mir schlimmer vorgestellt!) war erholsam und gab mir neuen Esprit.
Bondi Beach - von Anfang an traf ich mit mir die Vereinbarung, erst an den Strand zu gehen, wenn ich meine eigenen vier Wände hätte. Hört sich komisch an, aber ich versprach mir davon die nötige Einstellung und den Push um gleich weiter auf der beschriebenen Welle zu schwimmen. Den Esprit von der ersten Nacht nutzend, fuhr ich am nächsten Morgen mit dem City Train zur Bondi - Junction und weiter mit dem Bus zum Bondi - Beach!
Der Bus biegt von der Bondi - Junction in eine steil abfallende Straße, die auf direktem Weg dem Meer entgegen führt. Ein wahnsinniger Blick erschließt sich und ich konnte meine Vorfreude kaum noch im Zaum halten, als der Bus plötzlich auf die Strandpromenade einbog. Ich konnte es kaum glauben, als ich zum ersten Mal den weißen Sandstrand sah, der von zwei Felsvorsprüngen eingerahmt, einer idyllischen Bucht gleich kommt. Wahrscheinlich nur im Winter, denn schließlich ist Bondi der berühmteste Strand Australiens und steht in jedem Touriguide.
Der Strand schien wie leergefegt, lediglich ein paar Surfer trotzten den kalten Wassertemperaturen (18 Grad!), und ich entschloss mich den ganzen Tag den Strand und den Blick auf das offene Meer zu genießen. Ahnend welch Menschenmassen sich im Sommer hier in der Sonne braten und abends in den netten Restaurants und Bars verweilen würden, brach ich abends zur Uni auf.
Heute am nunmehr 14. Tag in Australien fand ein ganz besonderer Event statt. Das Sam-Office (Study at Macquarie) organisierte eine Hafenrundfahrt mit Disco. Treffpunkt war am Sydney Opera House. Zum ersten Mal sah ich die Oper bei Nacht und kann durchaus verstehen, warum dieses beeindruckende Gebäude zu den schönsten der Welt zählt. Exkurs! Nach über zehn jähriger Bauzeit und zahllosen Konrtoversen mit dem dänischen Architekten Utzon wurde es von der englischen Queen 1973 eingeweiht. Die Dachkonstruktion ähnelt stark den Segeln eines Schiffes und im Dunkeln angestrahlt mit der Harbour Bridge im Hintergrund einfach ein bizarr-faszinierender Anblick.
Am Dock versammelten wir uns alle und ich wunderte mich schon über das ein oder andere Outfit meiner neuen Kommilitonen, denn die Aussies scheinen sich durchaus auf Regular Partys zu verkleiden. Auf dem Boot ging die Party über drei Decks, ständig die Skyline von Wasser aus im Hintergrund, bewegte sich das Partyboot angetrieben von guter Stimmung in Richtung Harbour Bridge. Als das „Swinging Boat“ spät am Abend wieder am Anlegepunkt andockte war die Stimmung auf dem Siedepunkt. Im Jack´s am Circular Quay wartete noch eine After Hour auf uns. Spätestens an solch einem Abend lernt man viele interessante Leute aus aller Welt kennen, wer nicht, hat selber schuld!
Many Greetings from Down Under
Regards,
Tim Schäfer
For more imformation contact me under: tim-schaefer77@web.de


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Bewerbung

Zuständig für Ihre Bewerbung ist das Institut Ranke-Heinemann.

Semestertermine

Semester 2/2010
Orientation:
22.07.2010 - 30.07.2010
Semesterbeginn:
02.08.2010
Semesterende:
03.12.2010

Fakten

Cricos code:
00002J

Anzahl Studierende:
32000

Anzahl ausländische Studierende:
8900

Stadt:
Sydney

Bundesstaat:
New South Wales

Website:
Macquarie University

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